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Pretty Lightning The Rhythm Of Ooze

Von Oliver Schröder, 10. November 2017

Zurückgelehnt, aber dennoch mit zentnerschwerem Ballast schleppen sich Christian Berghoff und Sebastian Haas durch ihr drittes Album. Losgelaufen sind sie vor zehn Jahren in Saarbrücken. Ankommen werden sie hoffentlich nie.

Denn „The Rhythm Of Ooze“ macht vor allem als vertontes Roadmovie Laune. Jedes Stück wirkt entweder wie eine anstrengende Etappe oder wie eine lässige Pause auf dem Weg ins Nirgendwo. Mit kaputten Loops und angezerrten Fuzzgitarren spielen sich die beiden durch ein gespenstisches Szenario aus Psychedelia und Blues. Verweise auf Ripley Johnsons Wooden Shjips liegen selbstredend in greifbarer Nähe am Wegesrand. Pretty Lightning bewegen sich allerdings bisweilen ein ganzes Stück breitbeiniger und weniger verspult voran. „Willow Valley Blues“ rockt beispielsweise fast schon im Schweinsgalopp über den krautbewachsenen Acker. Bei „Tangerine Streams“ wird es dann spirituell spooky und „Rainbow Fantasies“ spielt mit traditionellen chinesischen Einflüssen. Allen Stücken gemein ist der Wille zur Ausbreitung und Wiederholung. Hier gibt es wenig, das knackt und knistert. Es stampft, schmatzt und wabert stattdessen so erfrischend zäh, dass es eine freakige Freude ist.

12/11/2017 Nürnberg – Z-Bau (+ Moon Duo)
24/11/2017 Saaegemünd – Terminus
25/11/2017 Stuttgart – Goldmarks (+ Flying Eyes)
16/01/2018 Mainz – Schon Schön

VÖ: 10. November 2017 via Fuzz Club Records
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