Von Christian Selzer, 15. Januar 2018

Zwischen den Stühlen sitzt es sich oft am bequemsten. Eine Haltung, die die Berliner Band AG Form auf ihrem Debütalbum feiert: „Commons” schwirrt lässig im Spannungsfeld aus Kraut, Jazz sowie Postrock und schafft es trotz dieser stilistischen Vielfalt, sich nicht im blutleeren Könner-Krach zu verlieren. Denn die Wurzeln der Gruppe liegen unverkennbar im Jam und in der Improvisation: Getragen wird die Platte von einem gleichmäßigen Fließen der Musik, die im richtigen Moment Impulsen nachgibt und Melodieschwärmen freien Lauf lässt. Richtung egal, Hauptsache Bewegung.

AG Form will Brücken schlagen und Kreise schließen, klingt dabei wenig nach Arbeit und umso mehr nach Gemeinschaft: Wie ein Flussdelta vereint das Kollektiv die Vorlieben der Bandmitglieder zu einem mitreißenden Strom aus Rhythmen, Wendungen und kompositorischen Brüchen. Polyrhythmische Drumbeats treffen auf groovige Bassläufe, die verfrickelte, aber nie verkrampfte Gitarrenmelodien umschlängeln. Diese entspannte Experimentierfreude erinnert an Bands wie Tortoise oder Do Make Say Think, die in den Neunzigern zeigten, wie stilistisch offen und unvorhersehbar Popmusik sein kann. AG Form stehen in dieser Tradition – und beweisen mit „Commons” spielerisch, dass Songstrukturen auch im Jahr 2018 nicht so vorhersehbar sein müssen wie Pointen von Mario Barth.

24.04.2019 Duisburg – Djäzz
25.04.2019 Landau – Grauflächenkultivierung Landau
26.04.2019 Frankfurt a.M. – Parkhaus WK 16
27.04.2019 Dresden – Veränderbar
28.04.2019 Leipzig – Matinée Show
29.04.2019 Berlin – Schokoladen

VÖ: 01. Dezember 2017 via Mikrokleinstgarten