Beaches – Second Of Spring
© Darren Sylvester

Beaches Second Of Spring

Siebzehn. Nee, das ist natürlich nicht das Durchschnittsalter der Band, sondern die Anzahl der Stücke, die auf dem nunmehr dritten Album der australischen Band Beaches zu finden sind. Siebzehn. Wahnsinn. Aber „Second Of Spring“ ist ja auch in Wahrheit ein Doppelalbum. Und dafür ganz schön abwechslungsreich – ein bisschen epischer Festivalrock hier (Turning), bisschen Shoegaze da (Walk Around), bisschen Dreampop dort (Contact). Wunderbar noisy und schleppend kommt „Calender“ daher, besonders in den Momenten, wenn sich Background-Vocals zu Antonia Seilbachs Stimme verträumt dazu gesellen. Am Ende wird es dann noch mal ganz frei und experimentierfreudig, wenn uns der abschließende Track „Mutual Delusion“ sachte verabschiedet.

Bei der Vielzahl der Stücke, die sich gefühlt alle in einer doch recht ähnlichen Tempo-Range tummeln, stellt sich ab und zu das Gefühl ein, dass es hier und da ein wenig mehr Wumms vertragen hätte, obgleich die Stücke per se recht voll (My Bloody Valentine lässt grüßen) produziert und arrangiert sind. Vielleicht liegt es aber auch dran, dass ich persönlich mit Sängerin und Gitarristin Antonia Seilbach stets ihr anderes Bandprojekt Love Of Diagrams verbinde, die stimmungstechnisch zwar recht ähnlich, aber mitunter etwas zackiger und rotziger daherkommen. Das Projekt Beaches hingegen, ist dafür deutlich verspielter und komplexer in ihren Songstrukturen und gibt sich zudem nicht nur einem durchgängigen Sound hin, wie es auf Rock-Alben oftmals der Fall ist. Die Band fand offenbar gefallen daran, die Platte in Sachen Soundgestaltung möglichst heterogen zu realisieren. Da ist er dann doch, der Sinn und Zweck des Doppelalbums, jetzt habe ich das auch endlich mal verstanden, obgleich ich kein Indiz finden kann, wo die eine Album-Hälfte zu ende, und die andere tatsächlich anfängt. Aber das ist vielleicht auch egal, genauso wie es mit Stränden nun mal so ist – eigentlich egal, geht doch irgendwie immer, auch – oder erst recht jetzt im Spätsommer. So ist verhält es sich auch mit „Second Of Spring“. Geht voll klar.

VÖ: 08. September 2017 via Chapter Music
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