Belle & Sebastian – How To Solve Our Human Problems
© Søren Solkær

Belle & Sebastian How To Solve Our Human Problems

Wie toll das damals war! Als Belle & Sebastian mit ihrem barocken Niedlich-Pop jedes Oma-Café zu einem besseren Ort machen konnten. „Tigermilk“, „If You’re Feeling Sinister“, „The Boy with the Arab Strap“, „Fold Your Hands Child, You Walk Like a Peasant“ sowie die vier EPs, die sie 1997 und 98 in kurzen Abständen veröffentlichten. Wunderbare Platten, die wir heute auf Vinyl nachkaufen und regelmäßig in unseren Wohnzimmern abspielen.

Doch nach dem Ausstieg von Gründungsmitglied Stuart David im Jahr 2000 (er schreibt jetzt lieber ziemlich großartige Bücher) und dem noch wirklich herausagenden Album „Dear Catastrophe Waitress“ (2003) war irgendwie die Luft raus. Es folgten seitdem in unregelmäßigen Abständen neue Alben und Wiederauflagen von alten Aufnahmen („Push Barman to Open Old Wounds“ – die oben erwähnten EPs, „BBC Sessions“, „The Jeepster Singles Collection“ – unter anderem wieder die oben erwähnten EPs). Und leider: Belle & Sebastian wurden zunehmend belanglos. Was unter anderem auch ihr deutscher Wikipedia-Eintrag beweist: Die Kapitel Geschichte und Stil enden dort mit den Jahren 2006 und 2007. Um aus dieser Falle herauszukommen, probieren es Belle & Sebastian nun mit ihrer alten Masche: Sie veröffentlichen drei EPs in kurzen Abständen hintereinander. Nett. Was den Zauber aber schon wieder nimmt: Die drei EPs („EP1“, „EP2“ und „EP3“) erscheinen schon just nach dem Release von „EP3“ (16. Februar 2018) auch als eigenständiges Album „How To Solve Our Human Problems“. Ausgetrickst! Die direkte Wiederauflage quasi.

Und wie? „How To Solve Our Human Problems“ hat seine Stärken, „We Are Beautiful“ von „EP1“ zum Beispiel. Oder der dancy Disco-Song „The Girl Doesnt’t Get It“ und das von Sarah Martin gesungene „Fickle Season“ (alle drei von „EP1“), „Show Me The Sun“ („EP2“), „There Is An Everlasting Song“ („EP3“) – alles ganz fabelhafte Songs. Insgesamt geben sich Belle & Sebastian tanzbar, weniger barock – wie schon auf den letzten zwei, drei Studioalben.

Aber: Zu alten Stärken kommen sie nicht mehr zurück. Weitgehend bleibt „How To Solve Our Human Problems“ dann leider hinter den Erwartungen zurück.

16/02/2018 München – Muffathalle
17/02/2018 Berlin – Admiralspalast
18/02/2018 Frankfurt – Batschkapp

VÖ: 16. Februar 2018 via Matador Records
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