Von Oliver Schröder, 15. November 2019

Auf seinem erstem richtigen Album mit neuen eigenen Songs seit 2011 verabschiedet sich Will Oldham ein weiteres Stück vom Jugendstarrsinn und beginnt mit einer fast schon altersmilden Phase, die beim genaueren Hinhören aber wieder die vertraute, stur-melancholische Eigensinnigkeit entwickelt. Spätestens dann freut sich der Fan, dass der Eigenbrötler im Geiste wieder da ist und neuen Stoff zum genüsslichen Leiden liefert.

„In recent years, the whole world of recorded music, in the way that such music is conceived, perceived, recorded, released and distributed, has been atomized. I tried holding my breath, waiting for the storm to pass, but this storm is here to stay and its devastation is our new landscape”, womit Oldham klarstellt, dass er gar keine andere Wahl hatte, als seinem natürlichen Gespür nachzugehen, und Songs für seine Anhänger aufzunehmen. Genau für die ist “I Made A Place” auch gemacht. Begleitet von einer behutsam eingewobenen Bläsersektion, webt er weiter an dem alten Quilt aus Country und Americana, unter dem man es sich mit einem Glas Rotwein gemütlich machen kann. Dass das ein oder andere Motiv für das europäische Empfinden etwas arg kitschig gerät, gehört schließlich zum Genuss dazu.

VÖ: 15. November 2019 via Domino Records