Bonobo – Migration
© Neil Krug

Bonobo Migration

Bonobo ist vermutlich seit „Black Sands“ in aller Munde und aus den Playlists großstädtischer Cafés kaum mehr wegzudenken. Was will man also machen, wenn Simon Green eine neue Scheibe rausbringt? Vielleicht das gleiche wie bei den letzten Albumveröffentlichungen. Einfach gut oder eben nicht gut finden. „Migration“ klingt nett ausgedrückt durchaus divers, fies gesprochen fast schon ein wenig willkürlich zusammengestellt, was die Trackauswahl anbelangt.

A) könnte dies auf die Vielzahl der mitwirkenden Künstler zurückzuführen sein (u.a. Rhye und Nick Murphy) und B) auf die Zeitspanne von gut drei Jahren, die sich Green Zeit nahm. Am Ende weiß man nicht so recht was er denn nun eigentlich sein will. Erst lässt es dich erwartungsvoll und sanft zu dynamischen Klavier- und Schlagzeug-Rhythmen dahin schweben („Migration“), dann lullt es dich eher schmalzig als romantisch in ein Pop-Gewand („Break Apart“ feat. Rhye), um dich später endgültig bei sphärischen, Walgesangs-ähnlichen Klängen („Grains“) eindösen zu lassen. Zwischendurch wird man kurzzeitig wachgerüttelt und was cool und lässig mit Dub-Beats, die von Burial stammen könnten anfängt („Outlier“), wird plötzlich irre poppig und verträumt, bis es zu einer Art 4-to-the-floor Hymne mit leider recht austauschbaren, aber immerhin modulierenden Synthies mutiert.

Seziert man einzelne Tracks jedoch vorsichtig aus dem Album-Kontext heraus, findet man wiederum etwas Herausstechendes an den Stücken wieder („Kerala“). Aber ob sich Simon Green mit seinem neuen Album wieder so sehr ins Gedächtnis spielen wird bleibt abzuwarten, ganz so catchy und packend wie seine Vorgänger ist es nämlich nicht. Aber vielleicht ist genau das ja auch der Ansatz, wenn man ein Album „Migration“ nennt — frei interpretiert also das Abwandern oder Bewegen in eine andere (neue) Gegend.

15/02/2017 Hamburg – Docks (ausverkauft)
16/02/2017 Berlin – Columbiahalle (ausverkauft)
17/02/2017 Köln – Live Music Hall (ausverkauft)
18/02/2017 Frankfurt – Batschkapp (ausverkauft)

VÖ: 13. Januar 2017 via Ninja Tune
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