Von Oliver Schröder, 19. April 2019

Die Wahrheit ist irgendwo da draußen. Wahres Glück kommt aus dem Innern. Genau diese Gedanken wollen Centrum stimulieren: „Der Hörer soll die Möglichkeit zur Entspannung bekommen und auf eine Reise mitgenommen werden.“ Um alle Missverständnisse auszuräumen liefert die Band die Höranleitung für ihre Musik im Albumtitel gleich mit. „För Meditation“ besteht dementsprechend auch aus vier langen, schwurbeligen Konzentrationsübungen, die dem hektisch pulsierenden Alltag diametral entgegenstehen.

Wie zum Abschiednehmen kriegen wir vor Beginn des ersten Stückes noch einmal eine Auswahl an Stressfaktoren frei Haus geliefert: Straßenlärm, Autogeräusche, Menschentreiben. „Vid Floden“ legt sich dann langsam wie wohltuender Balsam auf das Szenario, schwillt kaum merklich an. Die Schweden lassen sich in einem Fluss aus Drone, Psychedelia und matraartigen Gesängen treiben und stehen trotz deutlicher orientalischer Ausrichtung auch immer mit einem Fuß im Vermächtnis von Bands wie Velvet Underground oder Popol Vuh. Ganze fünf Minuten braucht „För Meditation“ bis es sich vollständig entfaltet hat. Dann ist allerdings jegliche zivilisatorische Störung aus dem Bewusstsein verbannt.

VÖ: 19. April 2019 via Rocket Recordings