Von Oliver Schröder, 20. September 2019

Julia, Lydia, Gretchen und Annie sind von ihren Solopfaden wieder zurückgekehrt und machen auf ihrem vierten Album glücklicherweise da weiter, wo sie mit „I Used to Spend So Much Time Alone“ gemeinsam aufgehört haben: Noch erwachsener konnten sie sowieso nicht mehr werden.

Mit „Chastity Belt“ addieren sie ihrem bisherigen Gesamtwerk noch ein paar reflektierte Indierock-Facetten hinzu. Mit berührender Schlichtheit malen sie Szenarien aus, die dem Hörer unmittelbar vertraut vorkommen. „We were driving South in your parents car / Singing aloud to scratched CDs” – bittersüße Schatten der Vergangenheit schwirren durch Gedankengänge und sinken langsam zu Boden, wo sie für immer liegenbleiben werden.

Chastity Belt erscheinen als die nüchterne Stimme der Vernunft in einer Welt, in der ansonsten vor allem Schreien angesagt zu sein scheint. Auf der anderen Seite sind Songs wie “Half-Hearted” derart berauschend schön, dass der Eindruck von Nüchternheit sofort wieder verschwindet und man sich hemmungslos und liebestrunken in die Platte verliebt.

29.09.2019 München – Kranhalle
04.10.2019 Schorndorf – Manufaktur
05.10.2019 Jena – Trafo
06.10.2019 Berlin – Frannz Club
07.10.2019 Hamburg – Molotow
08.10.2019 Köln – Bumann & Sohn

VÖ: 20. September 2019 via Hardly Art