Von Connor Endt, 12. Mai 2020

Der Kampf mit der Materie ist für Christoph Dahlberg nichts Neues: tagtäglich arbeitet der Künstler mit Bronze und Stahl und erschafft so seine Skulpturen. Seit 2000 ist Dahlberg außerdem als DJ unterwegs, drei Jahre später entstehen die ersten eigenen Stücke. Sein Electronica-Projekt Clicks & Errors führt ihn für seine Konzertreisen bis nach Asien und hierzulande zum legendären Fusion Festival.

Mit „Time“ veröffentlicht Dahlberg nun sein offizielles Longplay-Debüt. Ähnlich wie bei seinen Skulpturen klingt auch „Time“ nach einem ewigen Ringen: es ist ein Duell zwischen Harmonie und Disharmonie, Ordnung und Chaos. Irgendwo zwischen Max Cooper und Jon Hopkins könnte man Dahlbergs Output einordnen, der Soundtüftler bewegt sich zwischen leichten Ambient-Flächen, Bleeps und vertrackten Glitch-Beats. Zwar finden sich auf „Time“ durchaus zugängliche Nummern („Guardians“, „Cloudz“), insgesamt bleibt der Erstling aber recht komplex, sperrig und fordernd.

Die Highlights sind „Gravity“, der mit seinem Windspiel und dem an einen Krankenhausmonitor anmutenden Synthesizer zwischen Unbeschwertheit und Schwermut hin- und herpendelt. Auch „Never Goodbye“ zeichnet sich durch eine melancholische, bleischwere Melodie aus. In der zweiten Hälfte des Albums zieht Dahlberg alle Register und verwebt tieftraurige Harmonien mit komplexen Rhythmusstrukturen, Samples und Field Recordings. Besonders eindrücklich gelingt ihm dieser Mix bei „One Of These Tears“, dem vielleicht stimmigsten Stück des Albums. Mit „Time“ legt Christoph Dahlberg ein extrem kompaktes, spannendes Debüt hin, das bei jedem weiteren Hördurchgang neue Entdeckungen bereithält. Chapeau!

VÖ: 08. Mai 2020 via Sonderling Records