Von Tim Brügmann, 20. August 2020

Fällt ein Ding vom Himmel… und schließlich dem Label in den Schoß. Daily Thompson aus Dortmund stehen schon seit rund acht Jahren für zurückgelehnten Stoner Blues feinster Güteklasse und waren dem Berliner Qualitätslabel Noisolution schon eine ganze Weile aufgefallen. Gesehen, gehört, begeistert und das immer wieder aufs Neue. Aus einer mittlerweile guten Freundschaft wurde dann doch mal ein Plattendeal gegossen. Und genau der wurde nun benannt nach dem ersten entdeckten interstellaren Objekt „Oumuamua“ auf Vinyl gepresst. 100 streng limitierte Sonderexemplare konnte der geneigte Fan schon abgreifen, am 21. August folgt jetzt schließlich der offizielle Release.

Auf ganzen 50 Minuten optimaler Spiellänge präsentiert sich das Trio chillig wie nie. Man versucht gar nicht erst am Legendenstuhl von Bands wie Kyuss, Black Sabbath oder Sleep zu kratzen. Man würzt den eigenen Desert-Sound einfach nur ordentlich, geht nochmal mit dem Finger durch und macht sich auf den Weg. Und so klingt „Oumuamua“ nicht nur wie ein Mantra aus fernen Ländern, es beschreibt eine lässige trippige Abfahrt, wie sie Pink Floyd nicht besser betitelt haben könnten.

Unaufgeregt und doch den Regler auf 11 gestellt, wippen und grooven sich die Dortmunder durch sieben treibende blueskantige Himmelskörper. Besonderes Schmankerl ist dabei immer wieder der abwechselnde Gesang von Danny Zaremba und Mercedes Lalakakis. Ein cooles weibliches Stimmchen am großen Wüstenfirmament? Kommt gut und gibt es viel zu selten. Matthias Glass an den Drums gibt den beiden genug Raum und schiebt die Tracks auf die nächste Umlaufbahn, während dem Hörer das Bier aus der in die schwingende Hüfte gestemmten Pulle tropft.

Dass es den einen oder anderen Song schon auf einer Split mit Elli de Mon zu hören gab, nimmt „Oumuamua“ nichts an Einschlagskraft. Vor allem dann nicht, wenn sich einem bei Songs wie „Cosmic Cigar“ sinnbildlich die unendliche Weite fremder Galaxien wie Zigarettenrauch an die Sinnesknospen schmiegt.

Daily Thompson ist mit „Oumuamua“ so etwas wie das perfekte Sommeralbum des bluesgetränkten Desert-Sounds gelungen. Dass sowas aus deutschen Landen kommt, macht einen fast schon stolz, während die Scheibe unermüdlich auf dem Teller drehend ihrer wahren Bestimmung als fliegende Riff-Unterasse gerecht wird. Daily Thompson, das ist wohlschmeckendes Astronautenfutter für waschechte Space-Lords, denen nach wie vor etwas Wüstenstand an den Moonboots klebt!

VÖ: 21. August 2020 via Noisolution