Von Stefan Killer, 23. Mai 2019

Wut und Wahnsinn brechen aus, sobald das holländisch-israelische Duo Dead Kittens Musik macht. Dafür ist es bekannt. „I Am Not a Ghost“ ist Album Nummer zwei – und der erste Schritt in Richtung Homogenität. Zumindest in Sachen Bandsound.

Während Dirk Verschure seinen Bass in jeder erdenklichen Zerrnuance dröhnen lässt, drischt Oded K.dar alias KD vorrangig Kick und Snare, als sei’s seine Lebensaufgabe. Die vielen Samples und 1990er-Zitate des Debütalbums rücken auf „I Am Not a Ghost“ in den Hintergrund und machen Platz für verfeinertes Songwriting. Dirk Verschures kritische wie repetitive Zeilen zahlen auf die 15 neuen Anarcho-Songs genauso ein wie KDs Qualitäten als detailverliebter Produzent.

„Middle“ ist beispielsweise eine Ode an 0815, die Gleichgültigkeit des eigenen Schaffens. In „Break the Lull“ treibt die Band ihren Sound vom überzeugt dilettantischen Experimentierfeld ins Grunge- und Punk-Gehege. An den musikalischen Wahnsinn des Debüts erinnert am ehesten „All My Senses Are Gone“, das durch Dirk Verschures einfältig kluge Worte in Kombination mit dessen Comics im Video wirkt wie ein Aushängeschild für Dead Kittens.

Mit „I Am Not a Ghost“ hat sich das Duo weiterentwickelt. Dead Kittens mixt nicht mehr nur sonore Drogencocktails, sondern lässt seine musikalischen Anfälle zu und kanalisiert sie. Gut dosiert und mit dieser Prise geisterhafter Düsternis klingen sie besser denn je.

03.07.2019 Hannover – Musikzentrum
05.07.2019 Hamburg – Monkeys
06.07.2019 Berlin – Bi Nuu
10.07.2019 (AT) Mödling – Redbox
11.07.2019 Regensburg – Alte Mälzerei
18.07.2019 Nürnberg – Z-Bau
19.07.2019 Berlin – Schokoladen Hoffest
21.07.2019 München – Backstage (Free & Easy)
03.09.2019 Hannover – Café Glocksee
13.09.2019 Tübingen – tbc
14.09.2019 Worms – tbc

VÖ: 24. Mai 2019 via Noisolution