Von Oliver Schröder, 08. Juli 2019

Helme aufgesetzt, Blümchen ins Haar, Taschenlampen angeknipst: Es geht so tief hinab ins Unbekannte, dass man am oberen Bildrand wieder herauskommt. Jeffrey Alexander hat seine Kommune Dire Wolves ein viertes Mal zusammengerufen und erneut zur spontanen Improvisation eingeladen. „Grow Towards the Light“ hält sich kaum an feste Regeln oder Songstrukturen, geschweige denn an irgendwelche Popformate. Das Ergebnis ist ein kosmisch verspulter Trip durch Space-Rock-Country. Effektbehangene Jamsessions und bilden hier nicht nur das Fundament, das später für das Album erst noch zu Songs-Pellets komprimiert werden musste.

Man hat vielmehr das Gefühl mit einer Band im Proberaum zu stehen, die beim ersten Ton noch nicht weiß, wie der letzte klingen wird. Die hier vertretenen sechs Stücke scheinen quasi im Moment ihrer Geburt aufgezeichnet worden zu sein und beinhalten längere Intros, zahlreiche Leerstellen und ausufernde Phasen, die im Nirgendwo zu enden scheinen. Das klingt einerseits exotisch, deep und spirituell aber auch ein ganz kleines bisschen danach, auf alten Grateful Dead Platten hängengeblieben zu sein.

VÖ: 28. Juni 2019 via Beyond Beyond Is Beyond