Drangsal – Zores

Drangsal Zores

Vor ein paar Jahren bekam ich von einem Freund, der im Musikbusiness tätig ist, die Platte seines neuen Zöglings zugesteckt. Nachdem ich mich innerlich ein wenig über den ungewöhnlich deutsch klingenden Namen des Künstlers echauffierte, musste ich mich im Anschluss gleich noch mehr wundern. Und zwar über mich. Nämlich: Wie konnte dieser talentierte und blutjunge Musiker an mir – als doch recht musikbegeisterten Menschen – vorbeigehen?

Der Name des Wunderkindes ist Drangsal.

Die Wucht und Intensität mit der mich die damalige Demo-Aufnahme von „Allan Align“ wegballerte (wie redet man mit Anfang Zwanzig?), traf ungefiltert jeden Nerv meiner zugegebenermaßen in den 80er Jahren hängengebliebenen Cortex. Nach seinem Erstlingswerk „Harieschaim“ von 2016 erscheint nun der Nachfolger „Zores“ fast auf den Tag genau zwei Jahre später – gleichwohl auf Caroline International und abermals lupenrein engineered von Markus Ganter, der ja ohnehin ein Garant für exzellente Musikproduktionen ist.

Drangsal liefert durch die Bank weg – auf allen zwölf Stücken der Platte – raffinierte und catchy Parolen („Jedem Das Meine“), die durch ihre textliche Originalität mit jedem Hörgang besser werden. Kann sein, vielleicht gibt es Momente in dem sich der überempfindliche Rezipient in gewissen Textzeilen kurzzeitig ein wenig fremd schämt („Sirenen“) oder sich fragt, ob das jetzt die neue Ärzte Scheibe sein soll („Und Du? Vol. II“) – völlig zu unrecht! Wäre die Scheibe komplett auf englisch eingesungen würde niemand auch nur irgendetwas examinieren, sondern stattdessen zu den grandiosen Gitarren-Riffs von „Magst Du Mich“ oder den melodischen Synth-Lines von „Arche Gruber“ unter Bierduschen im Chor mitgrölen. Hand drauf, auch die englische Sprache beherrscht Drangsal makellos („All The Poor Ships“).

Weißte was, lasse’ alle labern Gruber. Mach dein Ding. Und mach es noch viele Jahre und viele Platten lang. Ah, wart’ mal kurz, Telefon (…) die 80er haben gerade angerufen und wollen ganz blass vor Neid zurück in die Zukunft.

25.05.2018 Neustrelitz – Immergut Festival
08. – 09.06.2018 Kaltenberg – PULS Open Air
22. – 24.06.2018 Scheeßel – Hurricane Festival
22. – 24.06.2018 Neuhausen ob Eck – Southside Festival
29. – 30.06.2018 Chemnitz – Kosmonaut Festival
30.06.2018 (CH) St. Gallen – Open Air St. Gallen
08. – 12.08.2018 Eschwege – Open Flair
09. – 11.08.2018 Püttlingen – Rocco del Schlacko Festival
09. – 12.08.2018 Rothenburg ob der Tauber – Taubertal Festival
15. – 17.08.2018 Berlin – Pop-Kultur Berlin Festival

VÖ: 27. April 2018 via Caroline International
Web Analytics