Von Christoph Walter, 30. Oktober 2020

Inwieweit sich die Corona-Pandemie auf Filme, Bücher und Songtexte auswirken wird, dürfte sich erst in ein paar Monaten zeigen. In „Earth To Dora“, dem mittlerweile 13. Eels-Album, gibt es weder Masken noch Viren noch Social Distancing. Kein Wunder eigentlich, wurden die zwölf neuen Songs doch bereits zu Beginn des Jahres geschrieben, als man noch mit ganz anderen Problemen beschäftigt war als momentan. Zum Beispiel mit zwischenmenschlichen (Paar-) Beziehungen in all ihren Stadien. Welches davon im jeweiligen Stück gerade gemeint ist, lässt auf „Earth To Dora“ meist schon der Titel erahnen: „Of Unsent Letters“ über „I Got Hurt“ bis hin zu „Are You F****** Your Ex?“ ist nahezu die ganze Bandbreite vom Anschmachten aus der Ferne bis hin zur bitteren Trennung vertreten.

Und die Musik dazu? Natürlich typisch Eels. Im Vierteljahrhundert seit der Bandgründung hat Mark Oliver Everett, der inzwischen der einzige echte Fixpunkt der Eels ist und auf „Earth To Dora“ auch als Produzent fungiert, so konsequent an einem eigenen Klangkosmos gefeilt, dass seine Songs in der Regel schon nach den ersten Takten zu erkennen sind. Dementsprechend bietet die neue Platte dann auch keine ganz großen Überraschungen, aber erweitert den umfangreichen Katalog an Eels-Lieblingsliedern doch um ein paar Stücke. Vorne mit dabei sind da etwa das beschwingte „The Gentle Souls“ oder das anrührende „Who You Say You Are“, in dem ein allzu oft von der Liebe Enttäuschter zu Beginn einer neuen Beziehung fragt: „Are you who you say you are / Someone I’ll know for long / Or someone who doesn’t deserve / a song“.

Ein paar Gedanken über die Pandemie hat sich Mark Oliver Everett vor der Veröffentlichung von „Earth To Dora“ und die Wirkung seiner neuen Songs übrigens doch gemacht:

I’m hoping they can be, maybe kind of soothing or something. To hear songs dealing with things we are dreaming about getting back to. Or maybe people are dealing with some of the topics right now as well.

Musik als Allheilmittel mit beruhigender Wirkung. Damit kennen sich die Eels spätestens seit „Novocaine For The Soul“ bestens aus.

VÖ: 30. Oktober 2020 via E Works Records