Eels – The Deconstruction
© Gus Black

Eels The Deconstruction

Wohl wahr, Mr. Everett, die Welt gleicht in diesen Tagen einem Tollhaus aus dem es so schnell kein Entrinnen geben wird. Und wenn wir dem Beipackzettel zum nunmehr zwölften Eels-Album glauben wollen, kann auch Musik nicht wirklich viel an diesem Zustand ändern. „The Deconstruction“ will nicht als Teil eines Lösungsentwurfs verstanden werden. Und trotzdem setzt uns ein vertrautes Reibeisenstimmchen gleich im Titelsong eine charmante Exit-Strategie ins Ohr: „I Break Apart!“. Nach vier Jahren musikalischer Abstinenz hätte die Rückkehr ins Sounduniversum der Eels kaum besser gelingen können.

Auch „The Deconstruction“ durchzieht auf voller Länge der wohlbekannte Eels-Signature-Sound: Geloopte Beats, frotzelnde Bässe und durchdacht orchestrierte Kinderliedharmonien. Die neuen Songs stehen einmal mehr für in Pop gegossene Beständigkeit. Introspektive Balladen, wie das wunderschöne „Premonition“, gehören ebenso zum Œuvre wie Cheer-Up-Indie („Today Is The Day“) und bretternde Rock’n’Roll-Riffs („You Are The Shining Light“). Dazu gesellen sich kurze Synthie-Interludes und lassen Folgen aus drei bis vier Songs wie abgeschlossene Akte wirken.

Es gibt nicht gerade viele Bands, die mit derart manifestierter Beständigkeit ungeschoren davon kommen würden. Eels allerdings wickeln einen auch nach über zwanzig Jahren um den Finger, weil Sound und Attitüde auf wundersame Weise vom Staub der späten Neunziger verschont geblieben sind. Auch wenn das Prädikat „zeitlos“ für „The Deconstruction“ eindeutig zu groß gewählt ist, sind E’s Songs weiterhin wohltuende Allzweckwaffen in unruhigen Zeiten.

17.06.2018 Mannheim – Maifeld Derby Festival
25.06.2018 München – Tonhalle
26.06.2018 Köln – E-Werk
28.06.2018 Berlin – Tempodrom
29.06.2018 Hamburg – Mehr!-Theater

VÖ: 06. April 2018 via Pias Coop
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