Von Oliver Schröder, 07. Februar 2020

Früher war mehr Schießbude, morgen ist mehr Eilis Frawley: Die Künstlerin (Party Fears, I Drew Blank) hat sich selbstständig gemacht und veröffentlicht mit ihrer EP vier Songs, die gottlob wenig mit dem zu tun haben, was man sonst so nachgeschmissen bekommt, wenn sich die Person an den Drums vernachlässigt fühlt und mit vielen Gastmusikern und wenigen Ideen den Egotrip durchzieht.

Ganz im Gegenteil: „Never Too Emotional“ ist ein echter Alleingang, der die dadurch entstehende kreative Kompromisslosigkeit voll ausschöpft. Die Taktgeberin spielt jede Hauptrolle selber und rückt dadurch Elemente in den Vordergrund, die teils verschachtelt, teils catchy as hell sind. Vor allem „illusions“ kreiert ein dystopisch flimmerndes Popszenario zwischen Vangelis-Soundtrack, Selbstgespräch und tüfteliger DIY-Disco, dass sofort der Denkautomat im Kopf anspringt und so bald auch nicht mehr aufhört zu rattern. So unbequem wie der Zeitgeist, aber dafür viel ausgefuchster.

20.03.2020 Berlin – Zukunft am Ostkreuz

VÖ: 07. Februar 2020 via Reckless Yes