EMA – Exile In The Outer Ring

EMA Exile In The Outer Ring

Angry young person: Erika M. Anderson geht dahin, wo es wehtut und hinterlässt mit ihren Songs eine Schneise im vermeintlich Selbstverständlichen. So undurchdringlich dabei die Keyboardwände und unübersichtlich die Noisewolken, so deutlich die Botschaft: Ich verstehe zwar eure Wut, aber lasst euch verdammt nochmal nicht instrumentalisieren. Der mittlere Westen der USA dient hier einmal mehr als Hintergrundbild für einen verstörend scharf gezeichneten Soundtrack zur Zeit. Armut, Drogen und Hoffnungslosigkeit lassen einen Melting Pot der ganz anderen Art hochkochen. Rassismus, Hass und Gewalt suchen ein Ventil. Aber wohin mit all der Wut?

Musikalisch steht Anderson dabei nicht nur in einer Linie mit Künstlerinnen wie PJ Harvey, Karen O. und Amanda Palmer, sondern geht noch einen deutlichen Schritt weiter. „Exile In The Outer Ring“ ist ein direkter Aufruf zur Auseinandersetzung mit schwierigen Themen. Und das macht es der Hörerschaft nicht immer leicht. Es gibt kaum einfache Antworten, irgendwo ist immer ein doppelter Boden oder ein Punkt, den man vorher nicht bedacht hatte. Entsprechend komplex und unberechenbar ist EMAs Sound. „Fire Water Air LSD“ pflügt sich mit industrieller Kälte durch eine hoffnungslose Welt aus veralteten, aber kaum abgeschwächten Machismen und den daraus resultierenden Frauenbildern. „Blood And Chalk“ erinnert in seiner eindringlichen Melancholie an „Maps“ von den Yeah Yeah Yeahs.

Und schließlich dämmert es uns, wie klar EMA mit „Exile In The Outer Ring“ reale Situationen umreißen, die uns immerzu umgeben, zwar erst entsetzen, aber dann schließlich stumpf werden lassen. Am Ende geht es auch um die unangenehm dringende Frage: Wie wollen wir mit der ganzen Hässlichkeit in der Welt umgehen?

20/09/2017 Hamburg – Reeperbahn Festival
23/09/2017 Köln – King Georg
26/09/2017 Berlin – Berghain
27/09/2017 München – Kranhalle
28/09/2017 (CH) St. Gallen – Palace
29/09/2017 (CH) Zürich – Rote Fabrik
12/10/2017 (AT) Wien – Arena

VÖ: 25. August 2017 via City Slang
Web Analytics