Fazer – Nadi
© Constantin Mirbach

Fazer Nadi

Alles bleibt anders: Fazer machen da weiter, wo sie mit ihrem letztjährigen Debüt aufgehört haben und arbeiten auf ihrem zweiten Longplayer „Nadi” weiter an der Entgrenzung des Jazz. Unkonventionell ist aber nicht nur der eklektische Mix des Münchner Quintetts, das Einflüsse aus Clubmusik, Postrock, indischen und westafrikanischen Stilen miteinander kombiniert, sondern auch die Besetzung aus Bass, Gitarre, Trompete und zwei Schlagzeugen. Mit diebischer Freude an der Nuance weben die beiden Drummer auf „Nadi” ein polyrhythmisches Netz, in dem sich luftige Bassläufe mit hypnotischer Wirkung verfangen. Darüber bleibt Gitarre und Trompete viel Platz zur Improvisation. Zwischen hingetupften Akkorden und treibenden Mitgeh-Grooves wird das Zusammenspiel der beiden Instrumente von einer ausgefeilten Dynamik bestimmt, die den Songs Spannungsbögen voller subtiler Wendungen verleiht.

Dass die Platte wie aus einem Guß wirkt, ist kein Zufall: Der größte Teil der Songs wurde an einem freien Tag auf Tour geschrieben und in nur vier Tagen in der Londoner Fish Factory aufgenommen. Wo das Debüt gelegentlich etwas ausfranste, wirkt „Nadi” dadurch zielgerichteter und kompakter. Bleibt zu hoffen, dass die Band auf der bevorstehenden Tour wieder etwas Zeit zum Jammen findet. Bis dahin öffnet die Detailtiefe der Songs genügend Räume, um es sich bis zum nächsten Release gemütlich zu machen.

14.05.2019 Köln – Artheater
16.05.2019 Berlin – Kantine am Berghain
17.05.2019 Leipzig – Moritzbastei
18.05.2019 München – Ampere

VÖ: 12. April 2019 via Squama
Web Analytics