FJØRT – Couleur
© Andreas Hornoff

FJØRTCouleur

Raserei Nummer 3: Auch, wenn sich FJØRT schon auf den beiden Vorgängeralben von „Couleur“ über Politik und Gesellschaft ausgeschrien hat, lärmt dieses wohl am lautesten. Der Appell an zentrale Motive wie Menschlichkeit, Vernunft und Mut zu Taten ist gesanglich so klar formuliert und artikuliert wie nie. Im gleichen Atemzug weitete das Aachener Posthardcore-Trio seinen Bandsound zu etwas aus, das sowohl dem Zeitgeist als auch den unterschiedlichen Stimmungen der Lieder auf „Couleur“ entspricht.

Denn auf Album Nummer 3 setzt die Gruppe nun vollends um, was sie auf „D’Accord“ und „Kontakt“ angefangen hat – die Grenzen des Genres zu erweitern. So basiert „Raison“ etwa auf einem Loop, in „Magnifique“ bearbeitet Schlagzeuger Frank Schophaus immer mal wieder die E-Drumpads. Doch keine Sorge, die digitalen Klänge ersetzen keineswegs die harten Kanten und Nazijäger-Kerben in den sechs- beziehungsweise viersaitigen Hölzern Chris Hells (Gitarre, Gesang) und David Frings’ (Bass, Gesang). Worauf Zeilen wie „Ich habe 1933 Gründe, Schwarz zu sehen“ abzielen, können wohl nicht nur FJØRT-Historiker einfach erkennen.

So schwarzmalerisch solche Sätze auch sein mögen, auf „Couleur“ blitzt oft schon wieder nach einem anschließenden Lidschlag der harmonische Hoffnungsschimmer in den Augen des Hörers. Für FJØRT ist Posthardcore eben nicht bloß eine sture Abfolge hallend-harter, teils metalähnlicher Gitarrenriffs („Südwärts“) und Texte, die nur so vor Gift und Galle triefen. Auch – zumindest instrumental – recht positive Tonfiguren („Eden“) geben dem dritten Album von FJØRT seinen genreuntypischen Reichtum an Klangfarben. „Couleur“ ist ein Geniestreich relevanter Rockmusik.

18/01/2018 Münster – Gleis 22 (Zusatzshow)
19/01/2018 Münster – Gleis 22 (ausverkauft)
20/01/2018 Hannover – Musikzentrum
21/01/2018 Berlin – Lido
22/01/2018 Dresden – Beatpol
23/01/2018 Leipzig – Werk 2
24/01/2018 (AT) Wien – Chelsea
25/01/2018 München – Strom
26/01/2018 Stuttgart – Universam
27/01/2018 Saabrücken – JUZ Försterstraße
28/01/2018 Wiesbaden – Schlachthof
29/01/2018 Köln – Gebäude 9
30/01/2018 Hamburg – Knust

VÖ: 17. November 2017 via Grand Hotel van Cleef
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