Fortuna Ehrenfeld – Helm ab zum Gebet
© Sebastian Kolodziejczyk

Fortuna Ehrenfeld Helm ab zum Gebet

Die unerträgliche Reichlichkeit des Weins. Was auf die Veranstaltungsreihe des Kölner DJs Marcus Can’t Dance in den legendären Hängenden Gärten von Ehrenfeld zutrifft, trifft den Nagel bei einer ebenfalls in Ehrenfeld ansässigen Band geradezu auf den Tropf, äh Kopf. Bei Fortuna Ehrenfeld wird schon lange nicht mehr geschorlt, sondern die Flasche gleich am Hals angesetzt. Pur, ungekünstelt, ein wenig asozial und genießerisch ehrlich.

Vor wenigen Jahren brach das Brainchild des Kölner Produzenten und Soundtüftlers Martin Bechler auf in diese Welt. Bewaffnet mit einem geradezu entwaffnenden ersten Album „Das Ende der Coolness Vol. 2“ wollte der Sprung von hinterm Mischpult jedoch nur schleppend glücken, ehe Bechler durch Grand Hotel van Cleef und seinen Freund und Kollegen Rene Tinner den richtigen Rückenwind bekam. Mit dem Zweitwerk „Hey Sexy!“ ging es dann nicht zuletzt mit Kettcar auf große Tour und ganz nebenbei wurden wie durch ein Wunder gleich mehrere Solo-Konzerte restlos ausverkauft. Mit großen Bärentatzenschritten sind Fortuna Ehrenfeld mit Jenny Thiele am Keyboard und Paul Weißert an den Drums durch den Spinat gegurkt und dabei zu einer echten Band erwachsen. Ein Stück weit erwachsener ist diese Unternehmung nun auch auf dem dritten ersten Band-Album „Helm ab zum Gebet“ geworden. Zwischen Kneipenpoesie und bierernsten Oden an das Leben, gilt es neben Ecken und Kanten auch allerlei gesprungene Federn und zerdeppertes Porzellan zu entdecken. Und ja, Fortuna Ehrenfeld vereinen auch diesmal wieder 13 Songs zu einem Bildband des vielleicht schönsten deutschsprachigen Indie-Pops der letzten Jahre.

Als Band eingespielt und dynamischer denn je, straft einen der souverän zur Schau getragene Schlafanzug Bechlers Lügen. Es wird vor allem gejazzt, geratzt und gelatzt, was die Song-Sau und die Klaviatur an Irrungen und Wirrungen so hergibt. Ein wenig unangenehm und doch schockierend empathisch erwischt einen „Helm ab zum Gebet“ mit der Brechstange. Anderswo zieht die Platte einem aber auch mit der Pinzette die Splitter aus der Seele, klebt Wunden zu oder ertränkt sie im nächsten Weinglas. Musik für die Stadt und vor allem für Menschen, die auch im Tragischen etwas Schönes finden. Am Ende trägt sich die Federboa trägt dann doch in allen Lebenslagen ganz hervorragend.

Die passende Weinbegleitung liefern Fortuna Ehrenfeld gleich mit. Nach dem Rotweincuvee „Don’t Touch!“ gibt es neben taufrischen Songs nun auch den Riesling „Don’t Mess!“ an folgenden Terminen zu degustieren:

16.05.2019 Aachen – Musikbunker
17.05.2019 Münster – Sputnikhalle
18.05.2019 Rostock – Helgas Stadtpalast
19.05.2019 Berlin – BiNuu
21.05.2019 Wiesbaden – Kreativfabrik
22.05.2019 Stuttgart – Club Cann
23.05.2019 (AT) Graz – Orpheum extra
24.05.2019 (AT) Wien – Donaukanaltreiben
25.05.2019 (AT) Oslip – C’est La Mü
26.05.2019 München – Ampere
28.05.2019 Bremen – Tower
29.05.2019 Hamburg – Grünspan
30.05.2019 Paderborn – Kulturwerkstatt
31.05.2019 Köln – Gloria
12.07.2019 Düsseldorf – GoldMucke Sommeropenair
26.07.2019 Würzburg – Hafensommer
17.07.2019 Hamburg – Slamville (Solo)
03.08.2019 Böblingen – Songtage
11.08.2019 Bonn – Kunst!Rasen
23.08.2019 Essen – Zeche Carl Open Air
24.08.2019 Erfurt – Wipfelrauschen

VÖ: 03. Mai 2019 via Grand Hotel van Cleef
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