Friska Viljor – Broken
© Dennis Dirksen

Friska Viljor Broken

Die Schweden Friska Viljor sind einem mit ihren unheimlich eingängigen, gerne bierseligen Folkpop-Songs über die Jahre doch sehr ans Herz gewachsen. Da ist es natürlich Ehrensache, dass man dem Duo auch dann ein offenes Ohr schenkt, wenn die Zeiten gerade nicht so rosig sind. Joakim Svenigsson hatte nach der Trennung von seiner Lebenspartnerin und dem darauf folgenden Auseinanderbrechen seiner Familie mit einer ausgewachsenen Lebenskrise zu kämpfen, die beinahe auch das Ende der Band bedeutet hätte. Zum Glück haben sowohl er selbst als auch Friska Viljor doch noch halbwegs die Kurve bekommen, wovon nun das nur wenige Tage nach seiner Fertigstellung veröffentlichte neue Album „Broken“ berichtet.

Dass die Platte ohne aufwändige Nachbearbeitung auskommt, schadet dabei keineswegs, sondern passt im Gegenteil zum minimalistisch gehaltenen Gesamtbild und den melancholischen Texten, die die Phasen von Joakim Svenigssons Trennung chronologisch und mit all ihren (wenigen) Höhen und (vielen) Tiefen nachzeichnen. Macht das indiepoppige „Unless You Love Me“ zum Auftakt musikalisch noch einen recht beschwingten Eindruck, deutet sich im Text bereits das kaum noch abzuwendende Schicksal an („If you can not stay true to me / Then I can not stay true to you / So I want to break up“), das sich in der Folge in erster Linie in bodenloser Traurigkeit, spärlicher Instrumentierung und dem Ringen nach Worten äußert. Zwischendurch schleicht sich mit dem launigen, ein wenig an Tom Pettys „Free Fallin'“ erinnernden „Endless Life“ etwas Optimismus ein, ehe sich in – allein die Songtitel sprechen Bände – „Failure“ und „Regrets“ (mit einem geflehten „Please come home“) abermals tieftraurige Hoffnungslosigkeit breit macht. Erst ganz zum Schluss von „Broken“, das in „Not The Same“ mit dem Eingeständnis „It’s not the same thing as it was before / When we we still were in a family of four“ endet, geht es dann wieder etwas aufwärts, womit sich der Kreis schließt und zumindest indirekt erklärt wird, warum es eben doch weitergeht mit Friska Viljor.

Passend zu der Vorgehensweise, „Broken“ unmittelbar nach der Fertigstellung zu veröffentlichen, gehen Daniel Johansson und Joakim Svenigsson mit der neuen Platte auch sofort auf Tour. Welche Auswirkungen die Ereignisse der letzten Zeit auf die eigentlich immer sehr mitreißenden Konzerte der Schweden haben, bleibt abzuwarten. Vielleicht schmuggeln Friska Viljor zwischen all die Traurigkeit auch ein paar altbewährte Kracher wie „Old Man“, „Shotgun Sister“ oder „Wohlwill“. Und falls nicht, ist das auch okay — manchmal ist es eben das beste, seinen alten Freunden einfach zuzuhören, wenn sie einem ihr Herz ausschütten.

14.01.2019 Hamburg – Uebel & Gefährlich (ausverkauft)
15.01.2019 Berlin – Astra
16.01.2019 Münster – Sputnikhalle
17.01.2019 Köln – Gloria
18.01.2019 Wiesbaden – Schlachthof
19.01.2019 (AT) Linz – Posthof
20.01.2019 (AT) Wien – Flex
21.01.2019 (AT) Salzburg – Rockhouse
22.01.2019 (AT) Dornbirn – Conrad Sohm
23.01.2019 (CH) Bern – Bierhübeli
24.01.2019 (CH) Winterthur – Salzhaus
25.01.2019 München – Theaterfabrik
26.01.2019 Dresden – Beatpol
27.01.2019 Rostock – M.A.U. Club

VÖ: 11. Januar 2019 via Crying Bob Records
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