Von Christian Selzer, 21. Juni 2019

Musik aus dem Thermomix: FUCTAPE ist ein 20-köpfiges (!) Kollektiv aus Toronto, das auf seinem Debütalbum Rap, Trap, Drone, Hardcore und Punk mit, ach, einfach allem kombiniert. Es wird gekeift, geflüstert, geflucht und gerappt, schroffe Samples treffen auf verzerrte Stimmen und zwischendrin bleibt sogar noch Zeit für alberne Telefonstreiche. Kaum eine der 20 Nummern überdauert die anderthalb Minuten und doch reicht das völlig aus, um die irritierenden Hooks zwischen Kitsch und Lärm im Gehörgang zu platzieren.

FUCTAPE liefern den Soundtrack für das Zeitalter des „anything goes”, sie sind mit ihrer rüden DIY-Ästhetik die Digital-Punks einer Generation, denen der Algorithmus Celine Dion auf James Blake und Nirvana durch die Bluetooth-Headphones jagt. Oder, wie es der zugehörige PR-Text formuliert, „a haven for the degenerates, a shelter for the outliers, an orphanage for anarchists.” Amen.

VÖ: 21. Juni 2019 via FUCTAPE