Von Lennard Göttner, 09. Oktober 2019

Innerhalb von sechs Jahren entstand das bereits zweite Album von Goldmouth, dass sich mittlerweile zum Soloprojekt von Tillmann Frohberg entwickelt hat. Eine bemerkenswerte Zeit, die das Entstehen von „Odyssey“ mit sich bringt, beim Hören allerdings nicht wirklich überrascht. So sind die 13 Songs detailliert ausgearbeitet und wirken ausgereift. Eben so, als hätte man sich besonders viele Gedanken gemacht und viel Hingabe und Leidenschaft investiert.

Ich habe mehrere Jahre meines Lebens in das Album gesteckt. Alle Phasen der Adoleszenz und Unsicherheit finden sich auf dem Album wieder.

Der Albumtitel steht repräsentativ für Goldmouths persönliche Geschichte im Zusammenhang seines Werkes. Eine zehrende Irrfahrt, die jedoch, aus Sicht der Zuhörer glücklicherweise ein Ende findet. So bietet „Odyssey“ eine große Bandbreite an verschiedensten musikalischen Werken und Einflüssen, komprimiert in 13 Songs. Teilweise elektronisch, teilweise folkig. Aber definitiv immer originell und spannend. Ein weiterer interessanter Teil des Artworks ist außerdem das Albumcover. Bestehend aus dem Bild „Unemployed Angel“ von Maria Summer Somani veranschaulicht es sinnbildlich die Gedanken von Goldmouth, die er in „Odyssey“ versucht zu verarbeiten und zu erzählen. Eine gewisse Orientierungslosigkeit und Handlungsunfähigkeit, die den Multiinstrumentalisten lange Zeit begleiteten.

Die 50 Minuten, die „Odyssey“ mit sich bringt, sind die Reise der Suche nach Freiheit, das Entstehen von Orientierung und das Gefühl von Unsicherheit. Eben eine wahre Odyssee. Aufgrund von Albumcover, Sound und Text, wirkt und klingt Goldmouths „Odyssey“ in sich sehr harmonisch. Ein ARTwork, dass sehr ehrliche und persönliche Erfahrungen wiederspiegelt. Ein ARTwork, dass diesen Namen wirklich verdient.

10.10.2019 Berlin – Duncker
17.10.2019 Aachen – Wild Rover
18.10.2019 Meldorf – Bornholdt
08.11.2019 Albersdorf – Halle 22
19.12.2019 Hamburg – Bar 227

VÖ: 30. August 2019 via 551Kollektiv