Von Tobi Kirsch, 03. September 2019

Albert Pöschl, Leo Hopfinger und Tom Simonetti sind H. Im Gegensatz zu ihrem eigentlichen Indie-Wildstyle-Projekt Rhythm Police angeln sie sich mit ihrem gleichnamigen Debüt „H“ an anderen Konstanten entlang. In knapp vierzig Minuten oszilliert das Trio zwischen Electronica, Dub und Kraut. Aufgenommen wurde das Album in Pöschls Echokammer im Münchner Stadtteil Giesing. Analoge Instrumente wie Bass und Schlagzeug werden verfremdet, vereinzelt tauchen hallige Vocals in deutscher Sprache auf, gesungen von Leo.

Die Produktion geschah auf mehreren Stufen, nachdem die analogen Instrumente eingespielt waren, durchliefen die Stücke mehrere Runden von Bearbeitungen. Es pluckert hier und dort und man fühlt sich an manches Gefrickel der neunziger Jahre erinnert oder auch an Bands wie Salaryman (Cityslang). Mitunter kann einen die Musik von H fesseln, einzelne Stücke berühren dann wieder weniger („Nebenan zieht´s“ ist leider etwas profan geraten). Schwer einzuordnen, aber das ist oft genau die Art Musik, die ich persönlich spannend finde. Man muss sich auf diese Musik einlassen, aber wenn das geschafft ist, entstehen Bilder im Kopf, die man nicht mehr los wird.

VÖ: 16. August 2019 via Echokammer