Von Oliver Schröder, 13. September 2019

Es lenzt nicht, ehe es gewintert hat, heißt es im Volksmund. Diesem Motto folgen auch Micha & Markus Acher (The Notwist), Evi Keglmaier (Zwirbeldirn u.a.), Mathias Götz (Le Millipede) und der höchst umtriebige Alex Haas. Auf dem dritten Album der Hochzeitskapelle widmen sie sich erneut dem Thema Liebe. Und dem Tod.

„I Think Of Love“, ursprünglich von Lisa Germano, greift das ganze Spektrum an Widersprüchlichkeiten und grandioser Unvernunft zum großen Wort Amore auf und wird damit – bandtypisch ganz ohne Gesang – zum Herzstück eines Albums, um das sich eine illustre, zum Teil bereits verstorbene Hochzeitsgesellschaft versammelt. Auf der Gästeliste stehen zudem weit angereiste Freunde („Anohito“ vom deutsch-japanischen Acher-Projekt Tenniscoats), kurzeitig verbotene Instrumentalstücke („Night Of The Vampire“ von den Moontrekkers, das in den Sechziger Jahren von der BBC als zu aufreibend für ihr Publikum eingestuft wurde) oder René Aubry („Prima Donna“), der mit seinen Kompositionen immer schon zwischen den Welten balancierte.

Im Angesicht des Todes feiert es sich nun mal zweimal so gut. Mit diesem Wissen lacht man sich täglich erneut ins Fäustchen, dem alten Gevatter wieder einmal von der Schüppe gesprungen zu sein. Die Lebenskerze kann dann erst recht von beiden Seiten gleichzeitig angezündet werden. „I Think Of Love“ ist voll von genau diesem Gefühl. Pure Lebensfreude nennt man das wohl.

19.09.2019 München – Bellevue de Monaco
02.10.2019 München – Herzkasperlzelt

VÖ: 13. September 2019 via Gutfeeling Records