Von Christian Selzer, 03. Februar 2020

Sucht, Rausch und Exzess werden gefühlt in jedem zweiten Popsong thematisiert. Reichhaltig ist der Fundus an Songs, die sich um bewusstseinserweiternde Substanzen drehen. Geht es hingegen um Magersucht, sieht die Sache anders aus. Zu groß ist die Scham, die mit der Essstörung einhergeht, weshalb die Betroffenen meist still und leise leiden. Hope-Sängerin Christine Börsch-Supan wählt einen anderen Weg, um mit ihrer Magersucht umzugehen. Im neuen Song „Shame” lässt sie alle an ihrem gestörten Verhältnis zu ihrem Körper teilhaben.

Musikalisch atmet „Shame” viel vom stoischen Geist des Postpunk. Anstatt einer übersteuerten Gitarre das Feld zu überlassen, brodelt auf „Shame” jedoch ein Moog im Zentrum. Angetrieben wird der Song von einem skelettierten Drumbeat. Über diesem losen Geflecht bleibt Börsch-Supan viel Raum, um mit bedrückender Intensität den Umgang mit ihrer Sucht darzulegen. Ergänzt wird das Minimal-Arrangement des Songs durch ein passendes Video, das ohne Schnitt auskommt und Veränderung als kontemplativen Fluss darstellt.

Ab Februar geht die Band erneut auf Europa-Tour, diesmal gemeinsam mit We Are The City.

19.02.2020 Dresden – Ostpol
20.02.2020 (AT) Wien – B72
21.02.2020 (AT) Steyr – Röda
22.02.2020 (AT) Weyer – Bertholdsaal
24.02.2020 München – Milla
28.02.2020 (CH) Baden – Werkk
29.02.2020 Mainz – Schon Schön
05.03.2020 Dortmund – Tyde Studios
06.03.2020 Hamburg – Hafenklang
08.03.2020 Berlin – Musik & Frieden

VÖ: 29. Januar 2020 via Haldern Pop Recordings