Von Jan Sturm, 29. August 2019

Ich war noch nie in Island. Mein inneres Selbstverständnis geprägt von Mythen, einsamer Natur, Weite, Ruhe, Märchen und gewaltiger Naturschauspiele erklärt dieses Land zum Ort der Sehnsucht, in den ich mich flüchte, wenn hier alles zuviel wird. Hugar nehmen mich auf dieser Reise der Emotionen an die Hand.

„Varða“, steinige Wegzeichnungen, alte Wächter, die Halt und Orientierung geben und mich durch das Land der Extreme führen, zeigen mir die schönsten, eindrucksvollsten, intimsten und abgelegensten Plätze des Bewusstseins. Wenn man das Ohr fest auf den felsigen Boden legt, hört man Stühle knarzen, Hämmer filzgedämpft auf Saiten treffen, erahnt sanfte Streicher. Pianissimo. Hugar spielen so selbstverständlich, geradlinig und fokussiert. Es scheint perfekt. Kann das sein? Alles platziert, nicht konstruiert, vielfältig und wie es atmet. Ein jedes Thema wird mit Leichtigkeit zu kleinen Hymnen, bedrückend schön.

„Varða“ ist wunderbar, zauberhaft, es wird überdauern, zeitlos sein und vielleicht auch dir den Weg weisen. Ich will nicht mehr weg hier und war doch noch nie da.

25.09.2019 Nürnberg – Neues Museum
02.10.2019 Berlin – Silent Green
03.10.2019 Hannover – Feinkostlampe

VÖ: 23. August 2019 via Sony Masterworks