Von Oliver Schröder, 08. Mai 2020

Blut und Feuer? Sechs Jahre nach “Chiaroscuro” meldet sich die schwedische Indierock-Band zurück und sorgt erst einmal für einen Schrecken auf den ersten Blick. Im Vorbeigehen erinnert das Cover von „Warnings“ nämlich an eine verzerrte Version von „Bloody Kisses“, dem dritten Album der Goth-Metal-Band Type O Negative, das dem Rezensenten damals so manchen Clubbesuch verhagelte.

Das ist es aber dann aber auch gottseidank schon gewesen mit den Parallelen. Maria Lindén fühlt sich Bill Callahan immer noch näher als Pete Steele und so ist ihre Version eines dritten Albums wieder ein traumwandlerischer Ausflug durch violett schimmernde Sonnenuntergänge. Jeder Ton schwebt, jedes Stück wird zum emotionalen Abspann deines Lieblingsdramas. Die cineastischen Referenzen sind kein Zufall, dienten sie doch ursprünglich als wichtige Inspirationsquelle. Die Grundideen des Albums entstanden, als Lindén begann, Sounds für Szenen ihrer Lieblingsfilme zu kreieren. Zusammen mit ihren sanft gehauchten Vocals und vielen fluffigen Synth-Schichten wurde daraus „Warnings“, mit dem I Break Horses eindrucksvoll beweisen, dass in Sachen Dreampop noch längst nicht alles gesagt wurde. Und dass siebenminütige Stücke wie „Death Engine“ problemlos zu Hits werden können, wenn man es richtig angeht.

VÖ: 08. Mai 2020 via Bella Union