Von Tim Brügmann, 18. Juli 2019

Pop is back! Mit der poetischsten Freiheit seit Westernhagen überrascht uns dieser Tage niemand geringeres als der Godfather himself. „Free“ titelt das nunmehr 18. Studio Album des Wild Childs und Stooges-Häuptlings Iggy Pop. Knappe drei Jahre nach „Post Pop Depression“ legt James Newell Osterberg Jr. am 06. September ein Album vor, mit dem wirklich niemand gerechnet hätte. Und er wohl am wenigsten.

Ausgelaugt vom intensiven Tourplan des großen Pop-Comebacks, einmal um die Welt und zurück nach Florida, sehnte sich der einzig wahre Tyrannosaurus des Rock ’n’ Rolls nach genau einer Sache – Freiheit. Frei von allen Bürden, vor allem aber frei von den Dämonen seiner fast sechs Jahrzehnte andauernden Karriere, schloss er sich mit den Mitstreitern Leron Thomas und Noveller ein, um diesen einzigartig kontemplativen und düsteren Beitrag zu Iggy Pops Diskografie zu spinnen. Die Unsicherheit abelegt und mit der Sonnenbrille auf der Nase schlussfolgert er:

So this album just kind of happened to me,
and I let it happen.

Der Titeltrack gibt sogleich die Richtung vor und entführt uns in direkt in das Cover-Artwork eines dunklen Ozeans. Macht uns Onkel Iggy Sorgen, weil er hier im großen Lou-Reed-Bewusstseinsstrom-Verve sein persönliches „Blackstar“ à la Bowie vorlegt oder folgen wir ihm einfach mit dem Eis in der Hand ganz naiv in die Freiheit? Wir sind gespannt und froh, dass unser Ausflug mit Iggy zumindest diesmal nicht beim zugekoksten Steinzeit-Bruder von der Rancho De La Luna endet.

VÖ: 06. September 2019 via Caroline International / Loma Vista