Von Oliver Schröder, 26. Juni 2020

Gimme that night you were already in bed
Said „Fuck it“ got up to drink with me instead

Es gibt wohl kaum eine Band, die das explodierende Gefühl eines Livekonzerts dermaßen akkurat auf ihren Studioalben unterbringen kann, wie Japandroids aus Vancouver. Schon wer sich das Video zu „The House That Heaven Built“ ansieht, hält es kaum noch auf seinem Stuhl aus. Wer die beiden einmal erlebt hat, wird kaum ohne Blut, Schweiß und/oder Tränen davongekommen sein. Zwischen absoluter Euphorie und völliger Erschöpfung liegt da nur ein einziger Song.

„Massey Fucking Hall“ ist zwar Japandroids erstes Livealbum, packt aber in Sachen Intensität nur ein Quäntchen obendrauf. Dieses Quäntchen bringt das Fass dann aber endgültig zum Überlaufen. Ein Best-of-Set aus zwölf Songs plus Ansagen und Intros lässt die Hütte wackeln und den Festivalsommer umso schmerzlicher vermissen. Willkommen also zum gemeinsten Release des Corona-Jahres 2020!

(Wer sich auf der Terrasse sein eigenes Rockfestival inszenieren will, oder sich im Wohnzimmer noch ein bisschen weiter mit tollen Livekonzerten quälen möchte, sollte sich den hervorragenden Youtube-Kanal „Live at Massey Hall“ ansehen.)

VÖ: 26. Juni 2020 via Anti-Records