Von Christoph Walter, 11. Februar 2019

Jessica Pratt nimmt den Titel ihres dritten Albums sehr ernst – „ruhig“ steht vorne drauf und ruhig geht es ausnahmslos zu. Die Instrumentierung ist aufs Wesentliche reduziert, keine unnötigen Ausschmückungen oder Schnörkel sorgen für Ablenkung und schon nach weniger als einer halben Stunde ist das letzte der neun Stücke verklungen. Eine sacht gezupfte akustische Gitarre und der prägnante, zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftige Gesang der scheuen Künstlerin aus Los Angeles dominieren über weite Strecken, so dass selbst Hingetupftes von Piano, Flöte und Synthesizer oder das leicht angezogene Tempo von „Fare Thee Well“, dem eingängigsten Song der Platte, sofort aufhorchen lassen.

Zum beiläufigen Hören ist „Quiet Signs“ nichts – man muss sich schon einlassen auf dieses völlig aus der Zeit gefallene Album, das viel mehr nach dem schiefen Bauernhaus einer Hippie-Kommune aus den Sechzigern klingt als nach unserer lauten, hektischen Gegenwart.

16.11.2019 Wangels – Rolling Stone Beach Festival
17.11.2019 Leipzig – TransCentury Update Festival
18.11.2019 München – Münchner Kammerspiele

VÖ: 08. Februar via City Slang