Von Tobi Kirsch, 12. Juni 2019

Jan Weissenfeldt ist in der deutschen Musikerszene keiner, den man noch irgendjemandem vorstellen muss. Für die Leser, die nicht aktiv Musik selber betreiben: Er macht seit Ewigkeiten Musik unter vielen Namen wie z.B.: Karl Hector & The Malcouns, war früher mit seinem Bruder entscheidend bei den Poets of Rhythm, jetzt hat er sich mit seinem Soloalbum als JJ Whitefield ein Stück weiter an die Öffentlichkeit gewagt.

„Brother All Alone“ ist ein spaciger Trip, der seine Einflüsse aus Krautrock genauso bezieht wie aus Jazz. Hier werden keine Gefangenen gemacht. Als kongeniale Partner sind hier Johannes Schleiermacher an diversen Instrumenten und Bernd Oesvezim an den Drums beteiligt, die man eventuell von der Berliner Band Onom Agemo & The Disco Jumpers kennen könnte. Auch die beiden sind in diversen Konstellationen auf den Bühnen dieser Welt aktiv.

Jan Weissenfeldts Musik wirkt vielleicht nicht auf den allerersten Moment. Hat man sich jedoch erst mal drauf eingelassen, kann einen der Sound mitnehmen, sodass ein vielfältiges Kopfkino entsteht. Am besten entfalten sich die Klänge natürlich live auf der Bühne, wie bei der Labelnacht beim diesjährigen Xjazz-Festival. Auf Tonträger aber auch schön, im Gegensatz zu vielen aktuellen Veröffentlichungen hat man hier ein Album, dass in voller Gänze überzeugt. „Brother All Alone“ fesselt von Anfang an und nimmt einen mit in eine Welt, die man erst entdecken muss. Klar sind die Tunes keine absolute Neuerfindung, finden aber in ihrem ganz eigenen Kosmos statt, der mal ruhig vor sich her driftet und ab und zu ins Noisige durchstartet.

VÖ: 07. Juni 2019 via Kryptox