Von Lennard Göttner, 30. April 2020

Rotes Leder, die Finger gekreuzt. Mit „Cover Two“ präsentiert uns Joan Wasser, aka Joan As Police Woman nicht nur ein anmutiges Albumcover, sondern beweist ein ums andere mal, welch herausragende Musikerin sie ist. Nach „Cover“ aus dem Jahr 2009 interpretiert die US-Amerikanerin bereits zum zweiten Mal bekannte Meilensteine der Musikgeschichte neu. Unter den zehn Tracks lassen sich beispielsweise „Kiss“ von Prince, „Out of Time“ von Blur oder „Life´s What You Make It“ von Talk Talk wiederfinden.

Was dabei vor allem auffällt: Die Originalität und wahrhaftige Neuinterpretation der Originals. Cover-Versionen sind immer interessant, aber eben auch immer eine extrem hohe Hürde, die der Künstler versucht zu überwältigen. Dem Original gerecht werden und gleichzeitig so viele neue Schritte gehen, dass am Ende eben kein einfaches Nachsingen steht. Joan Wasser gelingt es, diese Hürde zu meistern und vereint ihren ganz eigenen Stil mit den Elementen der Urfassung und schafft damit ein hoch interessantes und wirklich gelungenes Werk. Den Prozess dieser Neuinterpretation beschreibt Joan Wasser wie folgt:

I start with the question ‘WHY, exactly, do I love this song’? I take those elements and reform them, sometimes removing much of the remaining material to refocus them through new glasses. I re-harmonize the chords, radically change the feel or shift the hook or the phrasing to rebuild the composition.

VÖ: 01. Mai 2020 via PIAS