Von Connor Endt, 17. April 2020

Johann Zuschnegg scheint ein beschäftigter Mann zu sein: er arbeitet als Grafiker und Designer in Graz, spielte jahrelang in diversen Bandprojekten Bass. Nebenbei hatte er aber anscheinend noch genug Zeit, um an eigenen Songs zu arbeiten und mit „What Do You Want Me To Say?“ dieses Jahr sein Debüt als Solo-Künstler zu veröffentlichen. Produziert wurde der Erstling von Zuschneggs Cousin, das Layout übernahm der Künstler selbst – ziemlich naheliegend, wenn man die künstlerische Vision mit dem eigenen Handwerk verknüpfen kann.

Stimmlich erinnert Zuschnegg, Künstlername Johnny Batard, zuweilen stark an den jungen Dylan. In seinen Texten widmet er sich der Liebe, Selbstdarstellung in Zeiten von Social Media und anderen größeren und kleineren Alltagsproblemen. Einzelne Textzeilen werden dabei fast schon mantrahaft wiederholt. Die Songs sind recht roh gehalten und klingen eher nach kleinem Indie-Club als nach aufpolierten, unnötig frisierten Aufnahmen.

Lou Reed, Bob Dylan und eine gewisse punkig-rotzige Attitüde kann man in allen acht Stücken der Platte finden. Besonders im Kopf bleiben „I Am A Fact“ mit seiner eingängigen Melodie und das titelgebende „What Do You Want Me To Say?“, das einem mit seinen lyrischen Wiederholungen und Variationen förmlich ins Gedächtnis gebrannt wird.

„140km/h“ beendet das Album mit einigen deutschen Wörtern – bleibt abzuwarten, ob Batard diesen in Zukunft noch mehr folgen lassen wird, oder ob es bei den englischen Songtexten bleibt. Man kann gespannt sein auf die weitere musikalische Entwicklung des Österreichers und seinen Bandkumpanen!

VÖ: 17. April 2020 via Post Office Records