Von Connor Endt, 21. Januar 2020

Tanno Pippi und Angy Lord haben genug von Smalltalk, Deadlines und dem Druck, den Erwartungen der anderen zu entsprechen. „It’s sucking all my energy“, heisst es direkt im Opener „Eating Fries“. Der Ausweg aus dem ewigen Kreislauf besteht für die beiden Schwestern darin, einen Schritt zurück zu treten und endlich mal abzuschalten. „Slowlife“ eben.

Als Konsequenz servieren die Musikerinnen auf ihrem neuen Album zehn gemächliche Songs, die im angenehmen Lofi-Stil daher kommen. Wobei, der Sound mag vielleicht nach Lofi klingen, die Instrumentierungen sind es bestimmt nicht: so kann man auf „The Misanthrope Years“ gezupfte Streicher hören, „Desintegration“ setzt auf ein rumpelndes Piano und für „The Leaves“ wird die Akustik-Gitarre ausgepackt. An anderen Stellen sind Vibraphon, Blechbläser und experimentelle Synthesizer zu hören. Im Vergleich zu den beiden Vorgängern ertönt auf „Slowlife“ also gleich eine ganze Palette an verschiedenen Instrumenten. Dabei verstehen es die Schwestern meisterlich, alle Instrumente unter einen Hut zu bringen, ohne das der Gesamtklang darunter leidet oder einzelne Instrumente untergehen. Sehr schön gelingen aber auch die ruhigeren Nummern, in denen Tanno Pippis Stimme im Vordergrund steht, etwa das wehmütige „The Moon“ oder auch „Stay“.

„Slowlife“ ist ein starkes Statement, das beweist, dass sich die Jolly Goods als Band weiterentwickelt und ihren Bandsound für viele neue Einflüsse geöffnet haben. Die Beiden sind aber nicht nur beeindruckende Multi-Instrumentalistinnen, das neue Album wurde von Tanno Pipp zudem komplett in Eigenregie produziert. Da kann man nur den Hut ziehen – es lebe das Slowlife!

21.02.2020 Berlin – Roter Salon
16.04.2020 (AT) Wien – Wuk
18.04.2020 (AT) Wels – Alter Schlachthof

VÖ: 17. Januar 2020 via Siluh Records