Von Oliver Schröder, 11. Juni 2018

Auf der Jagd nach dem Juwel vom Stil: Jonathan Bree war schon mit seiner ehemaligen Lounge-Pop-Band The Brunettes fixiert auf perfekt ausgearbeitete Klänge. Gelegentlich vergaß er dabei, seine Arrangements mit Leben zu füllen. In Europa ist er damit nie so richtig angekommen. Das ist bereits eine gute Dekade her. Mittlerweile hat er seine Besessenheit zum Beruf gemacht. Auf seinem eigenen Label veröffentlicht er die Musik Gleichgesinnter wie die Pop-Avantgardisten Ruby Suns oder Princess Chelsea.

Bree hat sich also seine kleine neuseeländische Nische geschaffen, in der er sich Tag und Nacht mit Musik beschäftigen und an Songs feilen kann. So ist „Sleepwalking“ sein mittlerweile drittes Soloalbum und folgt seinem vor Jahren eingeschlagenen Kurs schnurstracks weiter. Zur Begeisterung für Lee Hazlewood, Serge Gainsbourg und Nancy Sinatra gesellte sich eine neue Leidenschaft für klassische Musik. Vor allem die Romantik hat es ihm passenderweise angetan.

Für „Sleepwalking“ wurden diese Einflüsse gesammelt, mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und unter einer großen Spiegelkugel miteinander vereint. Zwischendurch tänzelt Tschaikowskis Zuckerfee durch das plüschig-elegante Szenario und muss sich ein von Synthesizer getriebenes „Fuck It“ gefallen lassen. Dass Bree sein Gesicht versteckt und live mit maskierten Mannequins auftritt, setzt dem Ganzen die Krone auf. Hoffen wir, dass sie ihm nach der ganzen Vorarbeit nicht so leicht wieder verrutscht.

16.05.2019 München – Import/Export
17.05.2019 (CH) Zürich – Zukunft
18.05.2019 Stuttgart – Merlin
19.05.2019 Jena – Trafo
20.05.2019 Heidelberg – Karlstorbahnhof
01.06.2019 (CH) Düdingen – Kilbi (ausverkauft)
02.06.2019 (AT) Wien – Arena Wien
06.06.2019 Berlin – Lido (ausverkauft)
07.06.2019 Leipzig – Schauspielhaus
12.06.2019 Nürnberg – Z-Bau
13.06.2019 (AT) Salzburg – Rockhouse

VÖ: 08. Juni 2018 via Lil' Chief Records