Von Jan-Frederic Goltz, 11. März 2020

Tschäkk. Tschäschäkk. Tschäh. Pfschähk. Flirkrachh. Phhtrechk. Phhrechk. Phehch. Pheekchh hhr hrr hr h. Pffe peh hr hhr hhhheeerrr re. Pffe Pffe hr hhr hhhheeerrr r. Chfllliiiir hahr fllllllrrrr hhh. Wüüüeeeh kch chaa rr. Pfeh pfaarr Ptschächehck flllllrr püüoohhh whäh hää hh. schtuer tschiboa. Phobb. tsssirp haw. Tsschir-po-fwwww-trrr. Wuuueeeerrppptttt-pftoott. Woooaaaa-tsp-schppp. Ptfff-teeoo-ziip pte t. schiirr haaw wahh. Ühhhww w. Wüüühheeeh hhhheeeüüüüwwwee ehh. Knisp pe Schtck, klüc küc-ewuuuu hhhhr, pftschk ke klü ck ckü.

So ungefähr klingen die ersten 1:30 Minuten des neuen Albums »DnT« des Duos Laguerre & Noetinger. Das Album ist das Resultat aus zwei Tagen Arbeit im Centre Culturel André Malraux de Vandœvre-lès Nancy. Die Tontechnik für die Aufnahme ist so abenteuerlich wie das Album selbst: Zwei Reel-2-Reel Tape Maschinen erzeugen einen riesigen Delay-Effekt, der immer wieder und wieder in die Klang-Performance eingebunden wird fortlaufend zerstörte Soundscapes und stellenweise ohrenbetäubende Feedbacks erzeugt.

Klangkunst – und hierzu zählt das experimentelle Werk „DnT“ kategorisch wohl eher, fällt im weitesten Sinne natürlich auch unter den Begriff Musik. Doch was Musik ist und was nicht, liegt im Ermessen des geschulten Zuhörers. Nichts zwangsweise muss Musik Erwartungen des Rezipienten erfüllen, nicht immer müssen Klänge, Töne, Akkordfolgen harmonieren, faszinieren oder überraschen. Das Schlagwerk, stets abgetan und degradiert als begleitendes Musikinstrument kann im Solo schließlich ebenso musikalisch wirken, wie jedes andere Instrument auch. Mir war es vor ein paar Jahren zum Beispiel unbegreiflich, wie der Soundtrack zu „Bird Man“ nicht für die beste Musik nominiert werden konnte, da er nur aus Schlagzeug-Rhythmen bestand und somit nicht unter die Kategorie Musik fällt.

„DnT“ ist ebenfalls ein perkussives Album. Angereichert mit allerlei Effekten: Das angesprochene Tape-Delay, Live-Processing, verstärkte und verzerrtes Schlagzeug, viel Feedback und viel Noise. Es ist derart komplex und experimentell, dass es mir schwer fällt wirkliche musikalische Motive zu erkennen, die ich in kluge Worte fassen kann. Ich bin kein Jazzer und kein Kritiker dieser Klangkunst. Da hilft es auch wenig, dass der eigene Vater Jazz-Pianist ist und man selbst an einer Kunsthochschule studiert hat. Vielleicht geht es auf dieser Platte auch mehr um Ausdrucksformen und das Dokumentieren experimenteller Studien. Einer solchen Performance im Live-Kontext beizuwohnen, wäre trotz der aggressiven Klangkulisse meiner Meinung nach die faszinierendere Art, dieses konzeptuelle Werk (besser) zu verstehen.

VÖ: 06. März 2020 via Aagoo / REV. Lab.