Von Nils Hartung, 16. April 2019

Bevor wir uns rein musikalisch mit dem zweiten Album der Dänen auseinandersetzen, hilft ein Klick auf den Translater, um semantische Klarheit über dessen Stoßrichtung zu gewinnen. „Hifalutin“ bedeutet soviel wie „pompös“.

Ambitioniert im besten Wortsinne fand der kreative Findungsprozess nicht in einem gewöhnlichen Studio statt, sondern in einer 150 Quadratmeter großen Lagerhalle am Stadtrand von Aarhus. Das Quintett machte es sich zur Aufgabe die außergewöhnliche Klanggewalt des Raumes mit dem verästelten Avantgard Pop vom Debüt „Heba“ zu vereinen. Was sich auf dem Papier etwas konstruiert lesen mag, klingt in Musik übertragen allerdings an keiner Stelle kühl und unnahbar.

Lowly nutzen den Klangraum, um Synthesizer- und Gitarrenflächen behutsam über fiebrige Beats zu schichten. Das Ergebnis mündet mal in Noise-Explosionen wie „Children“, mal in Soundzerfaserungen mit offenem Ende. Dazu mischen sich vereinzelt Trip Hop-Anleihen wie im Sofortzünder „baglaens“. Überhaupt sollten neben allem musikalischen Fassettenreichtum, den wir auf „Hifalutin“ geboten bekommen, die fantastischen Leadvocals von Soffie Viemose keinesfalls unerwähnt bleiben. Für den Hörer ist ihre Stimme ein berührender Ankerpunkt im Soundtrubel, den Lowly beeindruckend vielschichtig gestalten. Für ein zweites Album klingt jede Minute von „Hifalutin“ erstaunlich etabliert und stilsicher. Lowly präsentieren sich als Band, die man auch in Zukunft ganz sicher auf dem Zettel haben sollte.

VÖ: 12. April 2019 via Bella Union