Von Lennard Göttner, 07. November 2019

Nach zwei von der Kritik hochgelobten Alben veröffentlichte Lucy Dacus im Verlauf dieses Jahres sowohl neue Songs, als auch neu interpretierte Stücke von erfolgreichen und geschätzten Künstlern. Adressiert sind die bisherigen Werke an Feiertage, die für die aus Richmond stammende Künstlerin von großer Bedeutung sind. Beispielsweise zum Unabhängigkeitstag oder Weihnachten, aber dazu später mehr.

Die gebündelte Sammlung der sieben Songs wird als EP bei Matador Records veröffentlicht, darunter eine großartige Interpretation von „In The Air Tonight“. Weitere Cover sind „La Vie En Rose“, „Dancing In The Dark“ und „Last Christmas“. Zu Bruce Springsteens Klassiker sagt die 24-jährige Folgendes:

I resisted it when I was younger as a rebellion to my dad’s taste, but I have come to love his music on my own time. His lyricism is embedded in my own songwriting inextricably at this point.

Auch wenn einige der Songs für viele als perfekt und unantastbar gelten, schafft es Lucy Dacus doch, ihren eigenen Charakter und Charme hinzuzugeben. So sind nicht nur die Neuinterpretationen wahre Kracher, sondern auch die selbstgeschriebenen Songs überzeugen in vollen Zügen. „Fool´s Gold“, der erste Track der EP, ist unfassbar harmonisch, schön und repräsentiert in unverkennbarer Manier, was Fans und Kritiker an ihren vorigen Werken zu lieben und schätzen gelernt haben. In „My Mother & I“ stellt sich Dacus die Frage, welche Eigenschaften ihre persönliche Mutter-Tochter-Beziehung eigentlich ausmacht. Eine mögliche Antwort lässt sich in einem Zitat zum Song von ihr finden. In diesem sagt sie, dass sie glaube, sie sei standhaft, aber eigensinnig, einfühlsam, aber geerdet und dem Ziel verpflichtet, zuverlässige Liebe zu geben und zu finden.

„2019“, so heißt das Werk, zeigt nicht nur, dass Lucy Dacus eine wahnsinnig gute Songwriterin ist, sondern auch, in Kombination mit den Covern, dass sie eine unglaublich große Künstlerin ist. Kunst ist stets kompliziert. Kunst ist immer subjektiv. Aber wer es schafft, einen auf Dauer doch sehr nervtötenden Song wie „Last Christmas“ derart zu interpretieren und verändern, dass er einem ein breites Grinsen beschafft, verdient wahrhaftig Anerkennung.

VÖ: 08. November 2019 via Matador Records