Mantar – The Modern Art Of Setting Ablaze
© Christoph Eisenmenger

Mantar The Modern Art Of Setting Ablaze

Musik zum Mitschießen. Das Bremer Doom-Pilzgewächs Mantar treibt schon seit rund sechs Jahren fleißig seine Keime in die Synapsen empfänglicher Metal-Arbeiterameisen. Spätestens seit ihrem Zweitwerk „Ode To The Flame“ ist es ihnen gelungen, diese vollends zu Zombies mutierten Zöglingen zu machen, die für den nordischen Doom-Koloss bis über jede Klippe folgen würden. Der Siegeszug, den Mantar dabei angetreten haben, ist nahezu beispiellos und auch wenn es sich der eine mittlerweile in Hamburg und der andere in den Staaten bequem gemacht hat, will man bei ihren Live-Darbietungen gar nicht glauben, dass diese zwei Berserker nicht ununterbrochen aufeinander hocken und diesen spezielle Synergie nicht tagtäglich kultivieren oder sich gegenseitig mit Pils ersäufen. Auch wenn sie genau das, durchaus gerne tun.

Umso spannender ist es, dass ihr drittes Album und das zweite auf Nuclear Blast mit dem Titel „The Modern Art Of Setting Ablaze“ erneut Meisterwerkqualitäten aufweist. Ein Stück geradliniger als die beiden Vorgänger, hier und da auch etwas basslastiger bis sphärischer prügeln sich Hanno und Erinç mit vier Fäusten durch den Schulhof der Möchtegern-Badboys. Ungeschminkt aber stets zum Duell sich gegenüberstehend sind sie nach wie vor die Könige der Großen Pause in Sachen härterer musikalischer Gangart.

Dass die Wahl des Coverartworks auf „Der Lichtbringer“ von Bernhard Hoetger fiel, mag manchem kontrovers erscheinen, ist aber eine bewusste Provokation unserer „modernen“ und allzu heuchlerischen Zeit und Auseinandersetzung mit der eigenen Heimat. Für weitaus weniger Unmut sorgt jedoch der Inhalt der neuen Mantar. Denn ließ das verheißungsvolle „Age of The Absurd“ samt im Musikvideo vertretener Gottesanbeterin bereits sämtliche frohlockenden Krampfadern den Hals hochklettern, sind Mantar mit ihren elf weiteren Goldjungs nicht minder brachiale Kopfabreißer aus der Hüfte gesprungen. Gerade das im Finale als Unisono-Hasspredigt gebellte „Taurus“, aber auch das Captain Nemo durch alle sieben Weltmeere den Arsch wund prügelnde „Teeth Of The Sea“ wissen zu begeistern und Nackenmuskelkater herauf zu beschwören.

Wer bislang noch nicht in den Mahlstrom von Mantar gesogen wurde, der wagt mit „The Modern Art Of Setting Ablaze“ einen Teer-triefenden schmackhaften Bissen in ihr bis dato vielleicht bestes Album. Alle alteingesessenen Jünger der beiden Bremer, freuen sich über einen hochqualitativen Satz heiße Ohren. Der altbekannte „Sack voll Stress“, den Hanno und Erinç mitgebracht haben, war nie prall gefüllter.

17.11.2018 Hamburg – Markthalle
19.11.2018 Hannover – Musikzentrum
20.11.2018 Nürnberg – Hirsch
21.11.2018 Essen – Turock
22.11.2018 (CH) Zürich – Dynamo
23.11.2018 Stuttgart – KJH Hallschlag
24.11.2018 (AT) Salzburg – Rockhouse
26.11.2018 München – Backstage
27.11.2018 (AT) Wien – Arena
28.11.2018 (AT) Graz – Explosiv
30.11.2018 Leipzig – UT Connewitz
01.12.2018 Berlin – SO 36
08.12.2018 Wiesbaden – Schlachthof

VÖ: 24. August 2018 via Nuclear Blast
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