Von David Maneke, 16. September 2020

Monako melden sich zurück – und wie man es von ihnen gewohnt ist, haben sie einen Hit mitgebracht. „Mariposa“ heißt er, gewohnt lässig, voller Referenzen. „Mariposa“ ist ein Monako-Track aus dem Bilderbuch. Der Antrieb für den kleinen Schmetterling ist ein eingängiges Riff, das im Grunde ständig wiederholt wird. Ab und an spielt die Band damit, aber die Idee an sich bleibt doch immer präsent. Ein relaxter Beat treibt den Song nach vorne und über allem gleitet Sadeks Stimme souverän über einen etwas fragmentarischen Text einer persönlichen Dissonanz.

„Mariposa“ ist sowas wie der zu späte heimliche Hit eines privaten Sommers, und irgendwo aber auch die versteckt hymnische Ankündigung neuer Energie. Natürlich transportiert „Mariposa“, insbesondere über die Produktion, das Maß an Wehmut, mit der man irgendwann Mitte September auf den vergangenen Sommer schaut und sich an die guten Momente erinnert. Aber aus „Mariposa“ (der Schmetterling gilt ja nicht umsonst als Symbol einer Wiedergeburt) spricht auch die Energie, mit der man das Kommende angeht. Das ist so natürlich eine schöne und extrem passende Metapher, gestärkt noch durch den (coronabedingten) DIY-Vibe des dazugehörigen Videos, in dem eigentlich nicht so viel mehr passiert als dass Sadek in einem spätsommerlichen Berlin den Sommer betanzt. Das wirkt jetzt natürlich nicht gerade sensationell, aber konzeptuell ist das schon konsequent.

„Mariposa“ ist genauso stilsicher wie bisher eigentlich alles von der Band – man merkt, dass Monako nicht nur ein Zusammenschluss von Leuten ist, die eine musikalische Idee teilen; man merkt auch, dass ganz detailliert mit Referenzen gearbeitet wird, dass großen Wert auf Arrangement gelegt wird. Manchmal wirkt das alles ein wenig zu abgeklärt, ein bisschen zu routiniert, aber das liegt dann auch in der Sache. Man darf sich nicht von der Tatsache blenden lassen, dass die Jungs einen Hit nach dem anderen aufnehmen – der eigentliche Lebensraum von Monako, das sind immer noch die Zwischenräume. Am allerbesten sind Monako dort, wo eigentlich nicht so viel passiert, wo eigentlich Langeweile herrschen müsste. Aber fuck off, lass halt ein Riff immer wiederholen und am Ende kommt „Mariposa“ raus. Der Track ist großartig.

VÖ: 11. September 2020 via Euphorie Records