Von Oliver Schröder, 27. September 2019

From: Psycho To: Disco – Ripley Johnson und Sanae Yamada stehen nach ihrem doppelten Trip an die Grenzen des Vorstellungsvermögens wieder mit beiden Füßen auf dem Boden. Auf dem Tanzboden, genauer gesagt. „Stars Are the Light“ ist ein wahres Sammelsurium an Artefakten aus der goldfarbenen Ära der Tanzmusik. Es dreht sich zwar alles weiterhin angenehm im Kreis, nur dass dieses Mal die ewig rotierende Spiegelkugel die Geschwindigkeit vorgibt. Die beiden begründen diese musikalische Entwicklung natürlich nach Art des Hauses:

Disco is dance music, first and foremost, and we were digging our way into the idea of this endless dance of bodies in nature.

Und wieder müssen die altehrwürdigen Can als Referenz herangezogen werden. In ihrer ansonsten eher mittelmäßigen Spätphase landeten sie mit ihrer Mischung aus blubberndem Funkrock und Stammesgesang „I Want More“ irgendwie bei „Top Of The Tops“ im britischen Fernsehen. Ganz so mitreißend schräg wird es hier zwar nicht, aber wer sich zum Beispiel das erste Stück „Flying“ anhört, kann erkennen, dass der hier eingeschlagene Twist nicht neu ist. Das Titelstück macht anschließend einen Ausflug in den melancholischen Dreampop der Neunziger Jahre und bei „Eye 2 Eye“ zeigt Johnson, dass er von Wooden Shjips‘ Spacerock dann doch nicht ganz wegkommt.

Unterm Strich ist „Stars Are The Light“ wohl das Moon Duo-Album mit dem größten Popappeal. Nach Cans „I Want More“ kommen in der Youtube-Playlist übrigens ABBA mit “Dancing Queen”. Manchmal weiß der Algorithmus am besten Bescheid.

21.10.2019 Berlin – Volksbühne
23.10.2019 (CH) Zürich – Bogen F

VÖ: 27. September 2019 via Sacred Bones Records