Von Esther Sambale, 05. Juni 2020

Selten haben sich „Bad Feelings“ so gut angefühlt wie auf „Muzz“, dem Debüt-Album der gleichnamigen Band, bestehend aus den drei sehr talentierten Freunden Paul Banks (Interpol), Josh Kaufman (Bonny Light Horseman, The National) und Matt Barrick (The Walkmen, Fleet Foxes). Bereits 2015 begannen Muzz gemeinsam Musik zu machen. Die Songs ihres Debüt-Albums entstanden im Laufe der Jahre und wurden grundsätzlich während der Proben aufgenommen. Banks und Kaufman kennen sich bereits seit ihrer Kindheit und auch Barrick ist ein langjähriger Freund. Sie verbindet eine Vertrautheit, die auf „Muzz“ zu hören ist. Banks sagt:

We have a genuine, organic artistic chemistry together. It’s partly a shared musical taste from youth, as with me and Josh, but then it’s also the souls of my friends that resonate with me when expressed through music. I think it’s cosmic.

Gleich im ersten Lied „Bad Feelings“ klingt Paul Banks Stimme so schön schwer und angenehm nah, dass man glaubt, besser könne es eigentlich nicht werden. Wird es dann aber doch – und zwar schon in den direkt darauf folgenden Songs „Evergreen“ – dessen erste 30 Sekunden an die Anfänge von Beach House-Liedern wie „Myth“ oder „Space Song“ erinnern – und „Red Western Sky“ – einem sehr guten Indie-Rocksong mit fabelhaften Matt-Berninger-Momenten.

In ihren Liedern sinnieren Muzz über seelische Gesundheit und über das Streben nach Glück. Zu „Broken Tambourine“, ein Stück, das einen mit sanften Klavierklängen und dezentem Vogelzwitschern empfängt, sagt Banks: „The song Broken Tambourine – in a nutshell – is about sadness and joy, and the uneven distribution of those elements.“

Sehr empfehlenswert sind übrigens auch die in Quarantäne entstandenen Videos zu „Bad Feelings“ und „Trinidad„, dem letzten Stück des Albums. Heimliche Stars darin: Ein Topf abgerupfter Petersilie in Banks Küche und die auf einer großen Wiese stehende, ausgeschaltete Nathan Coley-Leuchtschrift-Skulptur „There will be no miracles here“. Denn irgendwie so klingen auch Muzz: anrührend, melancholisch und sehr nah. Musik, die im Dunkeln leuchtet!

VÖ: 05. Juni 2020 via Matador