Odd Couple – Yada Yada
© Stefanie Schmid Rincon

Odd Couple Yada Yada

Der Begriff yada yada ist den meisten anglophilen Serien-Guckern sicher durch Jerry Seinfeld ein Begriff und bezeichnet den Teil einer Geschichte, der es nicht wert ist, erzählt zu werden. Doch was das Duo Odd Couple, mittlerweile zu einem Trio erstarkt, auf ihrem neuen Album abliefert, ist alles andere als belangloses Blabla.

Die beiden ostfriesischen Garagen-Rüpel Tammo Dehn und Jascha Kreft sind schon eine ganze Weile musikalisch höchst umtriebig. Ihre Sporen haben sie sich als Teil der Psychedelic-Rock-Kombo Suns of Thyme verdient, ehe dem Duo im Jahr 2015 mit „It’s a Pressure to Meet You“ unter dem Namen Odd Couple ein hochkarätiger Achtungserfolg gelang. Nicht weniger brisant auch ihr Zweitwerk „Flügge“ mit dem sie nicht nur genau das geworden sind. Ihre Songs, wie etwa das großartig logische „Haste Strom, haste Licht“, verheiraten erstklassigen Boogie mit lichterlohem Garagen-Sound und lassen sämtliche Klangdeklinationen von Glam bis Kraut und NDW aus der klapprigen Scheune wummern.

Als Trio, denn 2018 stößt Synthesizer-Killer Dennis Schulze hinzu, servieren Odd Couple nun den dritten Streich ihrer ohrenbetörenden Diskographie. Rotzig wie nie, setzen sie System- und Selbstkritik die Krone auf, stürmen und drängen auf neun druckvollen Tracks zur Zielgeraden und lassen sämtliche provinzkäfferliche Banalität hinter sich. Den Schmerz der Generation Y besingen die drei Odd-Fellows herrlich ironisch und grooven bereits auf dem 7-minütigen Opener „Bokeh 21“ jedem Kritiker die Falten aus der Visage. Ein bisschen Kraftwerk trifft auf viel Kraut und macht den Weg frei, für weitere Perlen wie die Single „Katta“ oder das Tocotronic herausfordernde „Westend“.

Und so steht es nun auch geschrieben, dass sich die Westend-Boys aus dem hohen Norden auf „Yada Yada“ von der Garage hinaus in ferne Galaxien raketet haben. Beiläufigkeit ist auf diesem „eklektischen Kaleidoskop“ ein Fremdwort und Odd Couple eine der interessantesten Bands unserer heimeligen und uns manchmal doch so fremden Scholle.

14.09.2018 Dresden – Beatpol
15.09.2018 (AT) Dornbirn – SoundNoise Festival
19.09.2018 Nürnberg – muzClub
20.09.2018 Potsdam – Waschhaus
21.09.2018 Hamburg – Reeperbahn Festival
22.09.2018 Erfurt – Cafe Tikolor
23.09.2018 Leipzig – So&So
27.09.2018 (AT) Wien – Waves Vienna
28.09.2018 (AT) Linz – Kapu
29.09.2018 Bayreuth – Schokofabrik
23.10.2018 Münster Sputnik Café
24.10.2018 Mainz – Kulturclub Schon Schön
25.10.2018 Fulda – Kulturkeller
26.10.2018 Karlsruhe – P8
27.10.2018 Magdeburg – Tonne 27
02.11.2018 Bremen – Pusdorf Studios
04.11.2018 Hannover – Bei Chéz Heinz

VÖ: 16. März 2018 via Cargo Records
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