Örvar Smárason – Light Is Liquid
© Ingibjörg Birgisdóttir

Örvar Smárason Light Is Liquid

Ponys und Popmusik: Islands größte Exportschlager. Auf der sturmumwehten Insel am Rande des Atlantiks kommen schließlich nicht nur Pferdefreunde auf ihre Kosten, auch an der Schnittstelle von Pop, Indie und Elektronik nimmt das kleine Volk aus dem Norden seit jeher eine, ähem, Vorreiterrolle ein. Das ist nicht zuletzt Örvar Smárason zu verdanken, dessen Band Múm bereits seit 1997 mit ihren sanften Soundflächen Tagträumer in ganz Europa verzückt. Seit Beginn seiner Karriere hat Smárason mit einer Reihe isländischer Größen zusammengearbeitet; erst im März veröffentlichte er gemeinsam mit Sóley und Sin Fang eine Art isländisches Supergroup-Album. Auf Morr Music erscheinen nun unter dem Titel „Light Is Liquid“ Smárasons erste Soloklänge: Acht Lieder über Taschenlampen, Quantenphysik und das Cthulhu-Monster.

Smárason bleibt auf seinem ersten musikalischen Alleingang seinen Wurzeln treu und verortet sich unweit des bekannten Múm-Sounds. Wie auch das letzte Album der Band wagt „Light Is Liquid“ allerdings einen entschiedenen Schritt in Richtung Pop – anstelle ausufernder Instrumentalsphären gibt es hier klar durch den Gesang strukturierte Songs mit spürbarem Danceeinschlag zu hören. Mehr als einmal beruft sich Smárason außerdem auf die Ambientkollegen von Boards of Canada. Auch skandinavische Noughties-Popikonen wie The Knife haben Spuren hinterlassen: Hier flirren die 80s-Synthesizer („Flesh & Dreams“), dort surren die verzerrten Stimmsamples („Hailstorms & Hydrogen Bombs“), dann wieder bimmelt ein Glöckchen, das auch bei Röyksopp nicht weiter aufgefallen wäre („The Duality Pradox“).

„Light Is Liquid“ ist eine Ansammlung solider Popsongs – so solide, dass sie ab und an Gefahr laufen, ins Belanglose abzudriften. Gerettet wird das Album jedoch von seiner typisch nordischen Mischung aus Melancholie und Liebe zum Detail – Liebhaber des klassischen Islandsounds können also schon einmal getrost mit den Hufen scharren.

VÖ: 18. Mai 2018 via Morr Music
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