Von Oliver Schröder, 01. November 2019

Postpunk in 2D: Omni sind auch auf ihrem neuen Album bemerkenswert gut drauf, lassen sich kein bisschen stressen und bleiben im Sound erfreulich eindimensional. Immer noch keine zur Perfektion aufgetürmten Kollagen, stattdessen ist die Klangdichte noch übersichtlicher angeordnet, die Akkorde noch wohldosierter verteilt. Selbst wenn mancher Song schon nach wenigen Sekunden nicht mehr zu tun hat, als mit einem kontrollierten Flimmern in seine Einzelteile zu zerfallen („Blunt Force“), wird es nie lahm oder gar langweilig. Vielmehr ziehen Omni den Hörer komplett in ihre Welt aus unbeeindruckter Schluffigkeit und Postpunk-Prägnanz. Zwischen Drums, Gitarren und Schlagzeug passt hier immer locker noch eine Zigarettenlänge – und viel Eingängigkeit.

Zwischen Gang Of Four und den Strokes war also anscheinend noch ein Plätzchen frei. Omni haben ihn entdeckt und halten ihn mit ihren kleinen Ärschen vollständig besetzt. Wer dazu elf Songs in 31 Minuten durchziehen kann, ohne auch nur eine Sekunde das geringste bisschen Hektik zu verbreiten, dem kann man getrost die Lässigkeits-Ehrenmedaille verleihen.

11.11.2019 Hamburg – Molotov
13.11.2019 Berlin – Berghain Kantine
22.11.2019 (CH) St. Gallen – Palace St. Gallen

VÖ: 01. November 2019 via Sub Pop Records