Von Christoph Walter, 12. Juni 2020

Die Aussicht, bald Vater zu werden und das erste Solo-Album nach einer erfolgreichen Karriere als Sänger der Londoner Indierockband The Maccabees: Zwei Wendepunkte im Leben von Orlando Weeks. Wie gut, dass sich beides bestens miteinander verbinden lässt. So widmet sich Weeks in den Stücken auf „A Quickening“ den Gefühlen und Erlebnissen, die ihn in der Zeit vor der Geburt seines Sohnes begleiteten:

I was trying to find a course through something that happens all the time, but still feels exceptional.

Verpackt ist das Ganze in ein äußerst ansprechendes Gewand: Manchmal elektronisch angehaucht und experimentell, an anderer Stelle mit hingetupftem Piano, nervösem Schlagzeug und Trompete. In den besten Momenten erinnert das wahlweise an The National („Milk Breath“, „Summer Clothes“) oder Bon Iver („Blood Sugar“). Nicht die allerschlechtesten Refernzen also. Allerdings kann Orlando Weeks gesanglich weder mit Matt Berningers prägnantem Bariton noch mit Justin Vernons Ausnahmestimme mithalten, so dass vielen Liedern auf „A Quickening“ der allerletzte Schliff fehlt. Trotzdem: Ein gelungenes Debüt, das auf eine musikalisch ertragreiche Zeit auch nach den Maccabees hoffen lässt.

VÖ: 12. Juni 2020 via PIAS