P.A. Hülsenbeck – Garden Of Stone
© Casey Ayers

P.A. Hülsenbeck Garden Of Stone

P.A. Hülsenbeck hat die letzten Jahre hauptsächlich damit verbracht, Gitarre und Synthesizer bei der inzwischen abgewickelten Zeitgeist-Indie-Pop-Sensation Sizarr zu spielen. Sein am heutigen Freitag erscheinendes Solo-Album ist (abgesehen von einigen zaghaften Versuchen unter dem Alias Doomhound) nun also das erste, was wir von Hülsenbeck als komplett eigenverantwortlichem Komponisten hören.

Das Wort Komponist steht dabei nicht zufällig, denn „Garden Of Stone“ ist von Anfang bis Ende ein unglaublich reifes, vor allem aber akribisch durchkomponiertes Werk. Gemeint ist damit jedoch nicht eine Aneinanderreihung von einer angestrengten Suche nach genialen Ideen. Hülsenbeck übertreibt es nicht, will mir nicht in 3:30 sein komplettes Pulver an den Kopf feuern, dass ich nach einem Hit nicht mehr weiß wo oben und unten ist – im Gegenteil: die Ruhe des Albums ist kolossal. Und mit aller Zeit der Welt entwickelt Hülsenbeck über die gesamte Länge von „Garden Of Stone“ seine musikalischen Ideen, gibt ihnen Raum zur Entfaltung und gibt uns gleichzeitig die Zeit, das wahrzunehmen. So entwickelt das Album auch eine metanarrative Dimension als musikalischem Findungsprozess. Denn eines steht außer Frage: das Album umgibt von innen wie aber auch von außen eine Aura der Selbstreflexion.

Was immer das auch bedeuten mag, es ist schwer, allzu viele Worte über „Garden Of Stone“ zu formulieren. Zu viel des Reizes des Albums liegt irgendwo verborgen in der semiotischen Peripherie, hörbar, auch fühlbar (wenn man´s denn mag), aber dann doch nicht zufriedenstellend nacherzählbar. Und das soll jetzt auch keine Ausrede sein, ich habe für diese Rezension fünfmal so viel gelöscht, wie hier jetzt steht. Das aber ist vielleicht das größte Kompliment für das Album, denn diese Unerzählbarkeit ist in diesem Fall vor allem ein ganz starkes Indiz für die enorme musikalische Eigenständigkeit des Albums. Also bevor hier jetzt irgendwelche Vergleiche und Adjektive gesucht werden, geht halt hin und hört euch das Album an. Es ist großartig. Versprochen.

VÖ: 30. November 2018 via Altin Village & Mine
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