Von Michael Smosarski, 05. November 2019

Patrick Watsons Falsett-Stimme und sein entrücktes Songwriting lassen uns Wünsche erkennen, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie haben. Zum Beispiel: „Don’t you wish that we were just dreaming?“ Diese Frage stellt er in der Single „Dream For Dreaming“, und er hat allen Grund dafür, denn es waren verlustreiche Jahre für den Singer/Songwriter. Seine Mutter verstarb, seine Beziehung ging in die Brüche, sein langjähriger Schlagzeuger verließ die Gruppe.

Dieser ganze Schmerz durchwirkt „Wave“, aber er bricht sich nicht wütend oder verzweifelt Bahn, sondern wirkt wie hingetupft: Als hätte Monet den „Schrei“ von Munch gemalt. „Wave“ ist eine Platte, die sich mit all dem Schönklang zwischen Radiohead und Bon Iver leicht am Herzen vorbeisäuselt. Aber es wäre ein großer Fehler, nicht genauer hinzuhören. Denn das hier ist nicht einfach kunstfertig, sondern echte Kunst – nicht immer so tief berührend wie bei „Dream For Dreaming“, aber stets glaubwürdig.

VÖ: 18. Oktober 2019 via Domino Records