Von Oliver Schröder, 03. Juni 2019

“I was dressed for success / but success it never comes” – Diese Zeilen besiegelten das Ende einer Ära. „Here“ war der letzte Song auf der Setlist von Pavements Abschiedskonzert im November 1999. Stephen Malkmus klappte damit auch erst einmal die Dekade der Slackerhymnen zu. In den Nuller-Jahren schlug dann das Pendel verstärkt wieder in Richtung Vereinigtes Königreich aus. Es ging tighter und gestylter zu. Post-Punk wurde zum heißen Scheiß und der schlecht gekleidete Indierocker stand an der Bar und wartete auf die alten Sachen, die erst am frühen Morgen gespielt wurden – wenn überhaupt.

Pip Blom ist 23 Jahre alt und wühlt mit ihrem Debütalbum tief in diesen alten Wunden, die sich auch durch die Vielzahl an Reunions nicht so richtig schließen lassen wollen. „Boat“ hat diese schräg-melancholischen Neben-der-Spur-Momente zuhauf, die schon damals eben jene Musikhörer mitnahm, denen der Grungehype auf Dauer eine Spur zu cool und testosteronlastig war. So sucht und findet die Niederländerin einerseits Anschluss an Bands wie That Dog, Velocity Girl und The Breeders, nicht ohne sich auf der anderen Seite auch in der jüngeren Rockgeschichte umgesehen zu haben. „Say It“ ist beispielsweise stark vom Strokes-Debüt beeinflusst und der Support-Slot für Franz Ferdinand stellt trotz allem keinen gravierenden Stilbruch dar. „Aha“ klingt am Ende dann doch wieder verdammt melodieverliebt und melancholisch-grungy, womit Blom zumindest ein kleines Pflaster auf die phantomschmerzende Stelle im Indierock-Herz klebt.

08.09.2019 Berlin – Lollapalooza
09.09.2019 Berlin – Berghein Kantine
10.09.2019 Hamburg – Molotow Musikclub
27.10.2019 Köln – Helios 37
28.10.2019 München – Mila Club
29.10.2019 (CH) Winterthur – Albani
01.11.2019 (AT) Wien – Das Werk

VÖ: 31. Mai 2019 via Heavenly Recordings